«Ich vermisse Florida!»

Vor sechs Jahren ist Larissa Dänzer mit ihren Eltern nach Florida ausgewandert. Inzwischen hat sie sich von Zuhause abgenabelt und studiert an der Universität Stetson International Business. Zurzeit ist sie für ein Semester in Neuchâtel. Für die 21-Jährige ist das Heimkommen und Weggehen zugleich.

Larissas Familie in Florida: Schwester Franca mit Hund Pancho, Mutter Denise und Vater Clyde Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Larissa vermisst ihre Familie in Florida: Schwester Franca mit Hund Pancho, Mutter Denise und Vater Clyde SRF

Wie geht es dir in Neuchâtel?

Der Anfang war schwer. Alle Vorlesungen sind auf Französisch, und ich habe nicht viel verstanden. Inzwischen geht es gut. Ich lebe bei einer Gastfamilie. Da muss ich immer französisch reden und lerne jeden Tag neue Wörter. Was ich in der Schweiz besonders mag, sind die öffentlichen Verkehrsmittel. Die sind super im Vergleich zu Florida. Aber ich muss zugeben: Ich vermisse Florida. Nicht nur meine Eltern und meine Schwester, auch das Studentenleben in Stetson.

Video «Larissa in Neuchâtel» abspielen

Larissa in Neuchâtel

1:36 min, vom 5.5.2017

Gehst du in der Schweiz in den Ausgang?

Am Wochenende schon. Im Vergleich zu Florida geht man hier weniger tanzen, sondern einfach in eine Bar etwas trinken. Das gefällt mir, das entspricht mir mehr. Es ist viel gemütlicher.

Wirst du hier oft auf Präsident Trump angesprochen?

Oh ja! Alle denken, er sei ein Volltrottel, einfach der Witz von Amerika. Ich bin auch kein Fan von ihm. Ich denke, er ist alles andere als eine gute Repräsentation für die USA.

Noch bevor du dein Austauschsemester begonnen hast, hast du gesagt, dass du dich von deinem Freund trennen wirst. Vermisst du ihn?

Wir haben uns im Dezember getrennt, aber wir haben immer noch Kontakt als Freunde. Wir reden ab und zu miteinander. Wenn ich wieder zurück bin, dann schauen wir, wie es weitergeht.

Video ««Ich möchte mich auf mich konzentrieren können»» abspielen

«Ich möchte mich auf mich konzentrieren können»

0:31 min, vom 5.5.2017

Bald bekommst du Besuch von deiner Schwester Franca. Was habt ihr vor?

Wir werden zusammen durch Europa reisen. Darauf freue ich mich extrem. Franca ist nicht nur meine Schwester, sondern auch meine beste Freundin. In der Schweiz ist es nicht einfach, neue Leute kennen zu lernen. Es dauert viel länger als in Florida. Ich erlebe die Menschen in Amerika viel offener als in der Schweiz.

Deine Eltern sagen, sie fühlen sich als «Amerizer» – als Amerikaner und Schweizer. Als was fühlst du dich?

Ich fühle mich auch als «Amerizer». Ich bin in vielen Sachen Schweizerin. Zum Beispiel was die Pünktlichkeit angeht. Ich halte mich an die Zeiten. Amerikaner schicken fünf Minuten vor dem Treffen eine SMS, dass sie später kommen. Und auch mit den Freundschaften nehme ich es viel genauer. In der USA kommen und gehen Freunde. Ich habe immer noch Kontakt zu meiner besten Freundin aus meiner Schulzeit. Punkto Offenheit bin ich aber mehr Amerikanerin. Ich spreche auf der Strasse spontan Menschen an, wenn ich Hilfe brauche. Ich denke, Schweizer vermeiden das eher.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 05.05.2017 21:00

    Auf und davon
    Familie Dänzer in Florida

    Auf und davon Spezial, Folge 3

    In der dritten Folge von «Auf und davon Spezial» reist Mona Vetsch nach Florida zu Familie Dänzer. Sie leben den amerikanischen Traum. Doch dafür müssen sie hart arbeiten. Sie haben vier Jobs gleichzeitig – und kaum Freizeit. Haben sie sich ihr Auswandern so vorgestellt?