Kanada: Familie Fischer

Die Schweiz ist Annette und Kurt Fischer zu eng geworden. Ihre Kinder, der sechsjährige Päuli und die vierjährige Kristin, sollen in der Weite Kanadas aufwachsen

Annette und Kurt Fischer mit ihren Kinder Päuli und Kristin Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kanada Annette und Kurt Fischer mit ihren Kinder Päuli und Kristin SRF

Kurt Fischer war der erste, den das Kanada-Virus befiel. 1996 bewarb sich der damals 21jährige Zimmermann für eine Saison bei einem Blockhausbauer im kanadischen Williams Lake. Kurts Englisch war schlecht, darum bat er eine Kollegin aus dem Dorf, ihm beim Bewerbungsschreiben zu helfen. Annette half nur widerwillig. Wollte sie dem Mann, in den sie so verliebt war, wirklich helfen, nach Kanada zu gehen? Ohne die junge Liebe zu Annette wäre Kurt Fischer wohl schon damals für immer in Kanada geblieben.

Auf der Suche nach Weite, unberührter Natur und Freiheit

Kristin Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kanada Kristin (4 Jahre) SRF

Fast 20 Jahre später sind Annette (36) und Kurt (39) verheiratet und haben zwei Kinder, Paul (6) und Kristin (4). Sie leben in einem kleinen Einfamilienhaus in Staufen bei Lenzburg. Kurt betreibt seine eigene Zimmerei, Annette unterstützt ihn im Büro. Zudem arbeitet die gelernte Gärtnerin als Kursleiterin für eine landwirtschaftliche Schule. Beide sind fest verankert im Dorf, nehmen am Vereinsleben teil und pflegen die Traditionen. Und doch fehlt etwas in ihrem Leben: die Weite, die unberührte Natur, die Freiheit.

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Bildlegende: Kanada Päuli (6 Jahre) SRF

Kurt Fischer bewirbt sich blind bei seinem ehemaligen Arbeitgeber in Kanada. Er hat Glück. Der Blockhausbauer «Pioneer Log Homes» sucht einen erfahrenen Zimmermann, der komplizierte Dachstühle und Treppen bauen kann. Kurt passt perfekt ins Jobprofil. Und mit einem unterschriebenen Arbeitsvertrag in der Hand, sollte auch das Visum nur eine Formsache sein. Doch weit gefehlt. Immer wieder scheitert der Visumsantrag an Formfehlern. Es braucht einige Anläufe bis die Familie endlich eine temporäre Aufenthaltsbewilligung bekommt.