Was tun gegen Stau?

Knapp 27 Milliarden Kilometer wurden 2014 auf Nationalstrassen zurückgelegt - das ist 180 Mal die Distanz zur Sonne! Seit 1990 hat sich der Verkehr auf den Autobahnen mehr als verdoppelt. Zu viel für die Schnellstrassen aus den 1970er-Jahren.

Karte der Schweiz mit besonders verkehrsbelasteten Abschnitten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Besonders in den Regionen Zürich und Genf sind die Strassen stark überlastet. ASTRA

Auf keiner Strasse der Schweiz staut sich der Verkehr so stark wie auf der Autobahn A1. Knapp 8‘800 Stunden - also 367 Tage - standen die Fahrzeuge im Stau. Hauptgrund dafür ist vor allem die Verkehrsüberlastung. Vier Strategien, die Bundesrätin Doris Leuthard und das Bundesamt für Strassen ASTRA ausgearbeitet haben, sollen die Staugefahr nun reduzieren.

  • Erstens soll zu Spitzenzeiten der Pannenstreifen als Fahrspur genutzt werden. Testversuche zeigten einen verbesserten Verkehrsfluss und eine tiefere Umfallrate. Voraussetzung ist jedoch ein breiter Pannenstreifen.
  • Weiter soll Lastwagen auf Abschnitten mit besonders hohem Verkehrsaufkommen bei langen Steigungen und Tunnel das Überholen verboten werden. Dadurch wird eine massive Temporeduktion auf der linken Spur vermieden.
  • Die maximale Kapazität erreichen Autobahnen bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit von 85 km/h. Ziel ist es, bei hohem Verkehrsaufkommen das Tempo der Kapazität des jeweiligen Teilabschnitts anzupassen. Dazu wird das Strassennetz zunehmend mit automatisierten Tempoanlagen ausgestattet.
  • Der Bund sicherte den Nationalstrassen für die nächsten 20 Jahre in einem Infrastrukturfond 5,5 Milliarden Franken für die Engpassbeseitigung zu. Damit ist der Bau zusätzlicher Fahrspuren geplant, besonders in den grossen Agglomerationen.