Megaloh: «Alle Künstler haben eine politische Verantwortung»

Um ein Haar hätte er seine Rap-Karriere an den Nagel gehängt; genau an diesem Tiefpunkt wandelte er sich zum tiefgründigen Gesellschaftskritiker ohne dabei seine Street-Cred zu verlieren. Der Berliner Rapper Megaloh im Interview.

Megaloh.
Bildlegende: Megaloh. PD

Es scheint, als habe es Megaloh mit seiner Musik geschafft. Neues Album «Regenmacher» draussen, gute Kritiken von allen Seiten, Konzertbookings ja sogar am Open Air Frauenfeld spielt der Berliner Rapper zum ersten Mal sein eigene Show und stellt dabei sein neues Album live vor.

Trotzdem trifft man ihn jeden Morgen um vier Uhr im Bus an wenn er zur Arbeit fährt. Megaloh leert Paketcontainer bei einer weltweit agierenden Transportfirma. «Nach fünf Container pro Tag hast Du kein Sportprogramm mehr nötig» Und vielleicht ist es genau dieser Verankerung im richtigen Leben eines hart schuftenden Arbeiters, der seine Rapkunst derart reifen liess.

Früher ein böser Bube in den Strassen des Stadtviertels Moabit; als Schwarzer mit nigerianischen Wurzeln hat er schon damals nicht die rosigsten Aussichten auf eine steile berufliche Karriere. Aber ein Talent für Rap. Dies verschwendete er zuerst noch mit den üblichen Gangsta-Texten; doch als er Vater wird schlägt er jene Richtung ein, die ihn heute zu einem der besten Rapper Deutschlands macht.

Technisch konnten ihm schon früher nur wenige das Wasser reichen. Nun gesellt sich inhaltlich Reife dazu. Rap eines Erwachsenen für Erwachsene. Rap, der alternative Sichtweisen bietet, der zum Nachdenken anregt und Mut macht.

Im Interview verrät Megaloh, was es in der verfahrenen Flüchtlingssituation jetzt unbedingt braucht, wie man vom harten Hund zum gradlinigen Vater wird, wieso jeder Künstler heutzutage auch ein politische Verantwortung trägt und warum er das Schweizer Publikum am liebsten hat.

Gespielte Musik

Autor/in: Sascha Rossier, Moderation: Sascha Rossier, Redaktion: Sascha Rossier