Schwesta Ewa – Von der Prostituierten zum Rapstar

«In diesen 10 Jahren bin ich nicht einmal gekommen» grinst die smarte Rapperin, wenn sie an ihre lange Karriere als Prostituierte in Frankfurt zurückdenkt. Vor kurzem erschien ihr Debutalbum «Kurwa» (polnisch für «Nutte»). Ein Kracher, der mit 40 Jahren testosteron-triefendem Gangsterrap abrechnet.

Schwesta Ewa
Bildlegende: Schwesta Ewa PD

Wenn die 30-jährige Ewa Müller von «grosskotzigen Schlappschwänzen» redet, dann weiss sie wovon sie spricht. Bevor sie ihre Karriere als Deutschlands gefürchtetste Rapperin startete, arbeitete sie als Prostituierte. Anfänglich um ihre beiden jüngeren Brüder durchzufüttern, doch bei einem Monatslohn von durchschnittlich 16‘000 Euro wurden aus den geplanten paar Monaten im Rotlichtmilieu dann 10 Jahre.

Vor Kurzem veröffentlichte Ewa ihr erstes Album «Kurwa» und stieg damit direkt in die Top 20 der Deutschen Charts ein und auch hierzulande landete sie direkt auf Platz 34.

Gangster-Rap, in dem es vor allem um Vergleiche des Geldbeutels, der Automarke und der Grösse des Gemächts geht ist ja hinlänglich bekannt. Wenn aber nun eine Frau auf dem Parkett erscheint und sämtliche Macho-Plattitüden umkehrt, horchen sogar die übersättigsten Rapfans auf.

Und bei der polnischen Ex-Prostituierten sind die Texte nicht einfach leeres Geschwätz, die sich ein jugendlicher mit Minderwertigkeitskomplexen zusammengeträumt hat, sondern direkt aus dem echten Leben gegriffen. Vielleicht ergreift deshalb so mancher verängstigter Rap-Kollege die Flucht, wenn Schwesta Ewa auftaucht und dem Rap mit dicken Beats und brachialer Wortgewandtheit den Spiegel vorhält.

Interview: Schwesta Ewa über «Kurwa», Xatar & Prostitution

Musikvideo: SCHWESTA EWA - Escortflow

Gespielte Musik

Moderation: Sascha Rossier, Redaktion: Sascha Rossier