The Roots: Kino im Kopf

«Das ist der grösste Scheiss, den ich je gehört habe», empört sich RapLova69 auf der Facebook-Seite der Roots. Und er hat ein bisschen recht: Die neue Scheibe «And Then You Shoot Your Cousin» der Rapgrossmeister aus Philadelphia hat mit Rap nicht mehr viel zu tun.

The Roots
Bildlegende: The Roots PD

Aber nur engstirnige Rap-PuristInnen können dem neuen Album der Roots nichts Positives abgewinnen. Für stilflexible MusikliebhaberInnen liefert die Crew um Mastermind Questlove ein weiteres Meisterwerk ab.

Von den zwölf Songs sind gerade mal drei dem Rap zuzuordnen; der Rest bewegt sich zwischen Pianoballaden, a cappella-Blues, Future Soul und Synthie-Core. «Es ist wieder ein Konzeptalbum im Stile von unserer LP «Undun», nur diesmal sind mehrere Hauptdarsteller involviert» verrät Rapper Black Thought.

Ein Konzeptalbum, das heisst im Falle der Roots: Ein Film auf Schallplatte. Beim ersten durchhören so pompös und geladen wie ein Hollywood-Blockbuster; man wird erst einmal erschlagen. Wenn sich der Staub aber gelegt hat, dann hört man plötzlich die feinen satirischen Zwischentöne, die gewohnt gesellschaftskritischen Anklagen und die kämpferische Leidenschaft, die in jedem Ton steckt.

Und genau das ist dann wieder Rap in seiner pursten Form, wenngleich er auf diesem Album in verschiedensten Verkleidungen auftritt. Im Black Music Special schwingen wir uns in die Kinositze und ziehen uns die Highlights der Scheibe rein. Wer von Euch macht Popkorn?

Gespielte Musik

Autor/in: Sascha Rossier, Moderation: Sascha Rossier, Redaktion: Sascha Rossier