Argentinien - ein Land im Spiegel seiner Literatur

Das diesjährige Gastland an der Frankfurter Buchmesse, Argentinien, besticht durch seine grosse literarische Vielfalt. Im Gespräch mit dem jungen argentinischen Schriftsteller Ariel Magnus greift Luzia Stettler vier ganz unterschiedliche Titel heraus, die Einblick geben in die Seele dieses Landes.

Viele argentinische Autorinnen und Autoren haben erst jetzt begonnen, ein grosses Trauma ihrer Gesellschaft aufzuarbeiten: Die Verschwundenen während der Militärdiktatur. So schildert zum Beispiel Tomas Eloy Martinez in seinem Roman «Purgatorio» die verzweifelte Suche einer Frau, die kurz nach der Hochzeit von ihrem Mann Simon getrennt wurde - und 30 Jahre später plötzlich glaubt, ihn in der Menge wieder zu entdecken.

Eine Art Gesellschaftskrimi liefert Claudia Pinero mit «Donnerstagswitwen»: Sie wirft einen gnadenlosen Blick hinter die Kulissen eines Reichen-Viertels in Buenos Aires.

In einem völlig anderen Milieu spielt die literarische Reportage «Der Robin Hood von San Fernando»: Der Journalist Christian Alarcon porträtiert darin die Kinder-Banden in den Slums der argentinischen Hauptstadt.

Und als hochgeschätzten Klassiker-Autor empfiehlt Ariel Magnus Julio Cortazar und seinen Geschichtenband «Ein gewisser Lukas».

 

Redaktion: Luzia Stettler