Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Am Literaturstammtisch werden heute drei Neuerscheinungen vorgestellt, die sich unter anderem einem Thema widmen: den Spuren der eigenen Vergangenheit. Allerdings auf ganz unterschiedliche Art.

Mann blickt in die Kamera
Bildlegende: Der Schweizer Schriftsteller Andreas Neeser (Bild: Ayse Yavas)

Die Art und Weise, wie wir miteinander reden, wirkt sich unmittelbar drauf aus, wie wir durch unser Leben gehen. Dies zeigt der eindrucksvolle Generationenroman «Wie wir gehen» des Schweizer Schriftstellers Andreas Neeser. Er thematisiert darin eine Vater-Tochter-Beziehung. Die beiden müssen eine gemeinsame Sprache finden, um sich nicht länger fremd zu sein.
Felix Münger bringt das Buch mit an den Stammtisch.

Weltgeschichte einmal anders: Ausgehend vom Aal, einem ebenso glitschigen wie rätselhaften Tier, rollt der Schwede Patrik Svensson das historische Feld neu auf. In «Das Evangelium der Aale» beweist er sich selbst als literarisch talentierter Wissensvermittler. Und erzählt gleichzeitig sehr persönlich seine eigene Familiengeschichte.
Simon Leuthold bringt Svenssons Bestseller mit an den Stammtisch.

In ihrem Memoir «Wild Game – Meine Mutter, ihr Liebhaber und ich» verarbeitet die US-Amerikanerin Adrienne Brodeur eine Erfahrung, die sie jahrzehntelang mit sich herumgetragen hat: Adrienne war vierzehn als ihre Mutter ihr gestand, sich in den besten Freund ihres Mannes verliebt zu haben. Die Mutter machte ihre Teenage-Tochter zur Vertrauten und Mitverschwörerin.
Britta Spichiger bringt diese Lektüre mit an den Stammtisch.

Buchhinweise:
Andreas Neeser. Wie wir gehen. Haymon Verlag, 2020.
Patrick Svensson. Das Evangelium der Aale. Hanser Verlag, 2020.
Adrienne Brodeur. Wild Game – Meine Mutter, ihr Liebhaber und ich. Droemer Verlag, 2020.

Wiederholung der BuchZeichen-Sendung vom 21.04.2020

Autor/in: Britta Spichiger