Aufwühlende Romane aus Indien und Pakistan

Wie kann man von sozialen Spannungen, politischen Problemen, himmelschreienden Ungerechtigkeiten erzählen und trotzdem bestens unterhalten? Die neuen Romane des Pakistaners Mohammed Hanif und des Briten Indra Sinha machen es vor.

Indra Sinha stammt aus Indien und lebt in England.
Bildlegende: Indra Sinha stammt aus Indien und lebt in England. zvg

Der 47-jährige pakistanische Autor und Journalist Mohammed Hanif hat schon mit seinem Erstling Furore gemacht. «Eine Kiste explodierender Mangos» ist eine Abrechnung mit der pakistanischen Militärdiktatur, in der Form einer bitterbösen Satire. Auch in «Alice Bhattis Himmelfahrt» seinem zweiten Buch, greift Hanif ein heisses Eisen auf. Er erzählt von religiösen Identitäten und den damit verbundenen Problemen in Pakistan.

Nicht weniger furios ist «Menschentier», der neue Roman des 60-jährigen Briten Indra Sinha. Sinha wurde in der Nähe von Mumbai geboren und zog mit seiner Familie als Jugendlicher nach England. Bevor er Schriftsteller wurde, brillierte er als Werbetexter mit kompromisslosen Kampagnen für Amnesty International und das Bhopal Medical Appeal. Die Giftgaskatastrophe in Bhopal von 1984 ist auch Thema seines neuen Romans. Ein vom Gift verkrüppelter junger Mann kämpft mit allen Mitteln für Menschenwürde - und gegen falsches Mitleid.

Autor/in: Franziska Hirsbrunner