Benedict Wells: Die Wahrheit über das Lügen

Auch das neue Buch ist ein «typischer Wells»: empathisch, einfallsreich, echt. In einer Geschichtensammlung erzählt der deutsch-schweizerische Schriftsteller von wahren und fantastischen Begebenheiten und Schicksalen.

Benedict Wells blickt in die Kamera
Bildlegende: Ein Ausnahmetalent: Der Autor Benedict Wells (Bild: Bogenberger)

Da ist der Manager, der sich mit einer Lebenslüge konfrontiert sieht. Die Schriftstellerin, die mit einer Muse eine Liebesbeziehung eingeht. Die beiden Männer, die mit Tischtennis um ihr Leben spielen. Der Drehbuch-Autor aus Hollywood, der George Lucas die Idee zu «Star Wars» stiehlt. Da sind Vater und Sohn, die mit einem grossen Verlust fertigwerden müssen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass in ihrem Leben Wahrheit, Lüge, Illusion und Wirklichkeit ineinanderfliessen.

Jede Geschichte nimmt den Leser, die Leserin, mit in eine individuelle Welt und Realität. Das Schöne daran: mag die Situation auch noch so versponnen oder skurril sein - sie lässt einen nicht unberührt. Einmal mehr wird hier eine von Benedict Wells grossen Stärken sichtbar: seine Fähigkeit zur Empathie, ohne jemals in die Sentimentalität abzudriften. Wells ist einer der wenigen deutsch-schweizerischen Autoren, der auch Traurigem oder Tragischem eine versöhnliche Note abzugewinnen vermag.

Im persönlichen Gespräch erzählt er unter anderem, wie die Erfahrungen aus seinem eigenen Leben in die aktuelle Geschichtensammlung eingeflossen sind - und weshalb es nie eine einfache Wahrheit gibt.

Buchhinweis: Benedict Wells. Die Wahrheit über das Lügen. Diogenes, 2018.

Eine Wiederholung der BuchZeichen-Sendung vom 22.01.2019.

Autor/in: Britta Spichiger