Bergluft statt Börsenkurs - ein Top-Banker steigt aus

Als einer der einflussreichsten deutschen Top-Banker jettete Rudolf Wötzel um die Welt und gehörte zum erlauchten Kreis der WEF-Teilnehmer in Davos. 2007 kehrte er Macht und Luxus den Rücken und durchwanderte die Alpen von Salzburg nach Nizza.

Die internationalen Finanzmärkte waren damals noch in glänzender Verfassung. Und doch geriet Rudolf Wötzel, Deutschlandchef der Sektion Mergers & Acquisitions bei der globalen Investmentbank Lehman Brothers, zunehmend in eine Sinnkrise. Er begann am System zu zweifeln und suchte eine neue und ganz andere Herausforderung: Die Durchquerung der Alpen.

Und so startete er im März 2007 auf seinen Monster-Marsch: 1800-Kilometer, 120 Etappen, 129 Gipfel, 33 Viertausender und 65 Dreitausender. Die abenteuerlichen Erfahrungen dokumentierte er anschliessend in einem Buch:«Ueber die Berge zu mir selbst.»

Für die Sendung «BuchZeichen» besuchte Luzia Stettler Rudolf Wötzel in seiner heutigen Heimat Klosters. Zusammen erreichten sie auf Skis jenen Ort, der für den Aussteiger am besten sein heutiges Leben symbolisiert: die abgelegene Berghütte «Gemsli».
Hier will er im Sommer ein kleines Gasthaus eröffnen.

Im Interview blickt Rudolf Wötzel auf seine Glitzer-Jahre in der Bankbranche zurück und erzählt, wie ihn der Neuanfang verändert hat.

Autor/in: Luzia Stettler, Moderation: Reto Scherrer