BuchZeichen – Literatur-Talk zu aktuellen Büchern

Salman Rushdies «Quichotte», Gabriela Kasperskis «Einfach Yeshi» und Raoul Schrotts «Eine Geschichte des Windes» - das die drei aktuellen Bücher der heutigen BuchZeichen-Stammtischrunde mit Annette König, Britta Spichiger und Felix Münger. Leitung: Michael Luisier.

Frau mit Buch in der Hand blickt in die Kamera
Bildlegende: Gabriela Kasperski mit ihrem neuen Kinderbuch «Einfach Yeshi» (Bild: Arisverlag)

Salman Rushdies «Quichotte» ist eine moderne Parzivalgeschichte im heutigen Trump-Amerika. Gleichzeitig ist es ein erzählerisches Meisterwerk auf mehreren Ebenen, in dem sich indische und europäische Erzählweisen aufs Raffinierteste ergänzen, und das die Leserinnen und Leser in unerwartete Welten führt.

Gute Unterhaltung und viel Diskussionsstoff bietet das Kinderbuch «Einfach Yeshi». Die Schweizer Autorin Gabriela Kasperski erzählt darin die fiktive Geschichte des neunjährigen Mädchens Yeshi aus Äthiopien, das nach eigenen Worten von seinen Schweizer Eltern «abotiert» wurde und jetzt trotz Erfahrungen mit Ausgrenzung und Rassismus und trotz komplexem familiären Hintergrund scheinbar unbeschwert durch ihren Alltag tanzt.

Mit barocker Sprache fasziniert der Roman «Eine Geschichte des Windes» des Österreichers Raoul Schrott. Das Werk erzählt von einem deutschen Kanonier, der vor 500 Jahren mit Magellan zur ersten Weltumseglung aufbrach und diese als einer der wenigen auch überlebte. Für einmal wird die welthistorische Schiffsreise aus der Sicht eines einfachen Besatzungsmitglieds geschildert.

Buchhinweise:
Salman Rushdie. Quichotte. C. Bertelsmann, 2019.
Gabriela Kasperski. Einfach Yeshi. Arisverlag, 2019.
Raoul Schrott. Eine Geschichte des Windes. Hanser, 2019.

Autor/in: Michael Luisier