Can Dündar – «Verräter»

Als Spion inhaftiert, als Verräter beschimpft, an Leib und Leben bedroht. Der türkische Journalist Can Dündar lebt seit einem Jahr im deutschen Exil. In seinem neuen Buch «Verräter» beschreibt er, wie es ist, im Exil zu leben und getrennt von seiner Familie, seinem Land und seiner Zeitung zu sein.

Can Dündar
Bildlegende: Can Dündar Milena Schlösser

Wer ist der Verräter? Das ist hier die Frage. Die Leute vom türkischen Geheimdienst, die illegal Waffen nach Syrien schaffen, um einen Vorwand zu haben, gegen syrische Kurden vorzugehen, oder die Journalisten, die darüber berichten? Für Can Dündar besteht da kein Zweifel: die Verräter sind im Umfeld des Präsidenten zu suchen, der aus einer Demokratie gerade eine Diktatur macht. Und weil das so ist, sitzt Can Dündar mittlerweile seit dreizehn Monaten im Berliner Exil, wovon aus er versucht, Einfluss auf seine geliebte Heimat zu nehmen. Für seine Freunde im Gefängnis, für seine Frau, die nicht ausreisen darf, für die Demokratie in seinem Land, die er noch nicht verloren glaubt. Von diesem Kampf, von seinen Erfahrungen im Exil und auch von seinen Erfolgen auf einem steinigen Weg erzählt der streitbare Journalist in seinem neusten Buch «Verräter». Michael Luisier stellt es vor im Gespräch mit Can Dündar selbst.