Dennis Lehane: Tiefgründig über menschliche Abgründe

Auch in seinem neuen Roman «Der Abgrund in dir» bleibt der US-amerikanische Autor einem seiner zentralen Themen treu: Wie bleibt man geistig gesund in einer Welt, die zunehmend verrückter und unberechenbarer wird?

Dennis Lehane schreibt für eine Leserschaft mit starken Nerven
Bildlegende: Dennis Lehane schreibt für eine Leserschaft mit starken Nerven (Bild: Gaby Gerster)

Lehanes neuester Thriller erzählt die Geschichte der Starjournalistin Rachel. Bei einer Live-Berichterstattung aus einem Kriegsgebiet erleidet sie vor laufender Kamera einen Zusammenbruch. Ihr ganzes Leben liegt von nun an in Trümmern: die Karriere vorbei, die erste Ehe kaputt, die Trauer über eine unglückliche Kindheit kehrt zurück, Rachel beginnt, an Panikattacken zu leiden. Da tritt Brian in ihr Leben: einfühlsam, charmant, selbstsicher. Er ist ihr Retter. Die beiden verlieben sich, heiraten. Schweben im siebten Himmel. Bis eines Tages Rachel, die ihren Ehemann in einem Flugzeug Richtung London wähnt, Brian aus einem Gebäude in Boston kommen sieht . Und nichts ist mehr so, wie es war.

Einmal mehr hat Dennis Lehane eine spannende Geschichte geschrieben, die einem von Beginn an fesselt. Sie beginnt mit einem Paukenschlag – und immer, wenn man als Leserin, als Leser, meint, man habe etwas durchschaut, ist es ganz anders.

BuchZeichen stellt die Lektüre (nichts für schwache Nerven!) vor – und spricht mit dem Autor über den neuen Thriller, in dem er gekonnt mit der Bedeutung von Vertrauen, bzw. Misstrauen, spielt. Ausserdem lernt man Lehane, der kein gesellschaftspolitischer Autor sein will, als Zeitgenossen kennen, der sich sehr wohl mit der heutigen Gesellschaft und ihren Herausforderungen auseinandersetzt.

Buchhinweis:
Dennis Lehane. Der Abgrund in dir. Diogenes, 2018.

Autor/in: Britta Spichiger