Der lange Schatten der RAF: Ist Versöhnung möglich?

Ein Verrat ermöglichte 1977 den Mord an Jürgen Ponto: RAF-Terroristin Susanne Albrecht missbrauchte eine familiäre Freundschaft. So konnten sie und ihre Komplizen Zugang zur Bankier-Villa erlangen.

30 Jahre später sucht ihre Schwester, Julia Albrecht, den Dialog mit Corinna Ponto, der Tochter des Opfers.

Julia Albrecht war damals, im Sommer 1977, 13 Jahre alt. Was geschieht mit einem Mädchen, wenn seine Schwester über Nacht zur meistgehassten Frau Deutschlands wird? Und wie verarbeitet die 19-jährige Tochter eines RAF-Opfers den Schmerz? Und wie geht sie mit der Tatsache um, dass ausgerechnet eine Freundin der Familie die tödlichen Schüsse auf den Vater ermöglicht hat?

Drei Jahrzehnte lang gab es keinen Kontakt mehr zwischen den Familien Albrecht und Ponto. Die Tat stand dazwischen. Im Buch «Patentöchter» blenden Julia Albrecht und Corinna Ponto nun erstmals gemeinsam in den blutigen Herbst 1977 zurück. Sie geben Einblick, wie die Ereignisse ihr Leben verändert haben.

Anita Richner und Luzia Stettler diskutieren über dieses Buch und gehen der Frage nach, inwiefern eine Versöhnung in dieser Konstellation überhaupt möglich scheint.

Patentöchter - Im Schatten der RAF-ein Dialog von Julia Albrecht, Corinna Ponto (Kiepenheuer&Witsch)

Weiterer Buchtipp:
Du sollst nicht hassen von Izzeldin Abuelaish (Lübbe)

Redaktion: Anita Richner, Luzia Stettler