Dicksein als Lebensfreude

Der Schauspieler Rainer Hunold, bekannt aus der Krimi-Serie «Ein Fall für zwei», hat ein sehr persönliches Buch gegen Diät-Terror geschrieben: «Ich bin nun mal dick - ein Wohlfühlbuch».

Im Gespräch mit Luzia Stettler erzählt er, warum er heute so gelassen mit diesem Thema umgeht. Als dickes Kind hatte es Rainer Hunold nicht einfach: «Ich wurde ausgegrenzt und blieb im Sportunterricht immer als letzter noch auf der Bank sitzen. Da merkte ich sehr schnell: Hoppla, du passt nicht so gut in diese Welt».

Später besuchte Rainer Hunold die Schauspielschule und erlebte am Theater die nächste Demütigung: Die attraktiven Rollen der Prinzen und Liebhaber wurden nur mit schlanken Männern besetzt. Erst beim Fernsehen wendete sich das Blatt: Endlich war sein fülliger Typ gefragt und löste beim Publikum sehr viel Sympathien aus.

An der Seite von Claus Theo Gärtner alias Matula spielte Rainer Hunold neun Jahre lang den Anwalt Dr. Frank in «Ein Fall für zwei»; in «Dr. Sommerfeldt - Neues vom Bülowbogen» trat er 1997 die Nachfolge von Serien-Arzt Günter Pfitzman an; und heute ist er regelmässig in der ZDF-Reihe «Der Staatsanwalt» zu sehen.

Längst hat sich Rainer Hunold mit seinem Körpergewicht versöhnt, freut sich am genussvollen Leben und möchte auch andere zu mehr Gelassenheit ermutigen: «Lasst Euch nicht von Normvorstellungen unterkriegen, sondern sagt Euch: Ich bin, wie ich bin, und das ist gut so! ».

Angaben zum Buch:
Rainer Hunold, «Ich bin nun mal dick», Westend-Verlag

 

Autor/in: Luzia Stettler