Ein Beziehungs-Experiment, ein Sittengemälde – und ein Krimi

Ist eine Ménage-à-trois im Alter denkbar? Was hat ein historischer Roman mit der heutigen Zeit zu tun? Und können Verletzungen, die einem das Leben zufügt, heilen? Solche Fragen beantworten die drei Bücher auf dem Literaturstammtisch.

Porträt von Dirk Stermann
Bildlegende: Der Kabarettist Dirk Stermann hat einen historischen Roman geschrieben. (Bild: Keystone / Roland Schlager)

Im Roman «Kanalschwimmer» schickt die Autorin Ulrike Draesner ihren Protagonisten ins eiskalte Wasser. Mit dem riskanten Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren, reagiert Charles, 62, auf die Erschütterung seiner 40-jährigen Ehe: Gattin Maude drängt auf eine «Ménage-à-trois».

«Der Hammer» ist der erste historische Roman des deutschen Kabarettisten Dirk Stermann. Er erzählt das Leben des Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall im 18. und 19. Jahrhundert. Einer der wesentlichen Verdienste von Hammers ist die Erkenntnis, dass Orient und Okzident zwei Teile eines Ganzen sind. Wie sie zusammengehören ist eine Frage, die uns bis heute beschäftigt.

Der Krimi «Hotel Cartagena» ist der neue Band in der Reihe um die Staatsanwältin Chastity Riley. Es ist ein klaustrophobisches Kammerspiel, in dem es um Rache und Gerechtigkeit geht. Und um ein Hamburger Drogen-Kartell, das bis nach Kolumbien reicht. 

Am Literatur-Stammtisch sitzen diese Woche: Luzia Stettler, Michael Luisier und Nicola Steiner. Gastgeberin ist Britta Spichiger.

Buchhinweise:
Ulrike Draesner. Kanalschwimmer. mare, 2019.
Dirk Stermann. Der Hammer. Rowohlt, 2019.
Simone Buchholz. Hotel Cartagena. Suhrkamp, 2019.

Autor/in: Britta Spichiger