Ein Mann für mich allein

Die junge Nigerianerin Ayobami Adebayo hat mir ihrem Debutroman «Bleib bei mir» ein heikles Thema aufgegriffen: Polygamie. Eine junge Frau heiratet ihren Freund nur unter der Bedingung, dass sie seine einzige Partnerin bleiben wird. Als das Paar kinderlos bleibt, macht die Familie massiv Druck.

Ayobami Adebayo liefert einen beeindruckenden Debütroman.
Bildlegende: Ayobami Adebayo liefert einen beeindruckenden Debütroman. (Bild: Ayotola Tehingbola)

Eigentlich haben Yejide und Akim alles, was sich ein junges Paar wünscht: eine tiefe Liebe füreinander und einen Job, der ihnen gefällt. Nur ein Kind fehlt noch zu ihrem Glück. Aber sie geniessen ihre Zweisamkeit und warten gelassen ab. Anders Akims Mutter: sie will ihrem Sohn sofort eine zweite Frau ins Haus bringen, um den baldigen Nachwuchs zu sichern.
Regelmässig besucht sie ihn deshalb mit möglichen Kandidatinnen in seinem Büro.

Akim hält wenig von diesen Vorschlägen, denn er ist an ein Versprechen gebunden: Dass er Yejide als alleinige Partnerin akzeptiert. Aber er hat nicht mit der Beharrlichkeit seiner Verwandten gerechnet. «Bleib bei mir» ist ein eindringlicher Roman über die Macht der Familie, alte Traditionen und moderne Liebe in Afrika.

Im Gespräch mit Luzia Stettler erzählt die Autorin Ayobami Adebayo von den Hintergründen ihrer Geschichte und sagt, warum sich immer mehr junge Frauen in Nigeria weigern, nach der Sitte ihrer Vorfahren zu leben und den Ehemann mit anderen Partnerinnen zu teilen.

Buchhinweis: Ayobami Adebayo. Bleib bei mir. Piper, 2018.
Das Hörbuch ist erschienen bei OSTERWOLDaudio im Hörbuch Hamburg Verlag.

Autor/in: Luzia Stettler