Eine gute Ehe fällt nicht vom Himmel

Literatur und Kino wecken in uns den Hunger auf die ganz grosse, romantische Liebe. Die Folgen seien fatal, sagt der Philosoph und Bestsellerautor Alain de Botton. «Damit ist ein Scheitern im Alltag praktisch programmiert». Am Beispiel eines ganz normalen Paares zeigt er uns in seinem neuen Buch «Der Lauf der Liebe», welche emotionalen Hochs- und Tiefs eine jahrelange Ehe durchläuft und wie man Krisen verhindern könnte. Paartherapeut Klaus Heer nimmt Stellung, wie stark Bottons nüchterne Analyse der Realität entspricht.

Beiträge

  • Die Liebe ist knallharte Arbeit

    Für Alain de Botton ist klar: «Wer sich auf die Ehe einlässt, muss verrückt sein.» Mit seinem Roman «Der Lauf der Liebe» bringt er neuen Wind in ein altes Thema. Kirsten und Rabih verlieben sich, schweben im 7. Himmel, ziehen zusammen; dann kommt ein Kind und später auch die erste Affäre.

    Stationen einer Ehe, wie sie Millionen von Paaren kennen. Laufend kommentiert Alain de Botton das Verhalten seiner zwei Romanfiguren und macht klar: Es braucht harte Arbeit, um die Liebe langfristig zu retten.

    Buchhinweis:Alain de Botton. Der Lauf der Liebe. S. Fischer, 2016.

    Luzia Stettler

  • Warum so pessimistisch, Herr de Botton?

    Alain de Botton hat sich mit intelligenten und humorvollen Philosophie-Büchern weltweit einen Namen gemacht.

    Im neuen Roman über langjährige Beziehungen bringt der zweifache Familienvater auch eigene Erfahrungen mit ein.Für den in London lebenden Schweizer ist klar: die Geschichte wiederholt sich. Jedes Brautpaar rennt mit offenen Augen ins Verderben; und keiner in ihrem Umfeld hält es für nötig, vor den drohenden Fallen zu warnen.Im Gespräch mit Luzia Stettler begründet Alain de Botton, warum er in Liebesdingen so pessimistisch ist, und wie gewisse Fehler verhindert werden könnten.

    Luzia Stettler

  • Die Reaktion des Paartherapeuten

    Die romantische Liebe gibt es im Kino, aber nicht im Leben.

    Zu diesem Schluss kommt Alain de Botton im Roman «Der Lauf der Liebe»; und er plädiert sogar dafür, das gegenseitige Versprechen vor dem Altar ganz anders zu formulieren.Wie liest ein Mann dieses Buch, der in seinem Beruf täglich versucht, zerstrittene und frustrierte Beziehungen zu retten? Entspricht Alain de Bottons nüchterne Perspektive auf die Liebe tatsächlich der Realität?Der bekannte Paartherapeut Klaus Heer gibt Auskunft.

    Luzia Stettler