Familien schreiben die besten Geschichten

Glück, Abhängigkeit, Befreiung, Drama: Familien liefern seit jeher den Stoff für gute Literatur. So auch für drei neue Romane am Literaturstammtisch, welche die besondere Gemengelage von Familien ganz unterschiedlich ausleuchten. Und die alle packend sind.

Frau blickt in die Kamera
Bildlegende: Die Schweizer Schriftstellerin Regula Portillo hat gerade ihr zweites Buch veröffentlicht. (Bild: Ayse Yavas)

Britta Spichiger stellt den Debütroman «Die Reisenden» der US-amerikanischen Autorin Regina Porter vor. Da geht es gleich um zwei Familien – um eine afro-amerikanische und eine irisch-amerikanische. Die Geschichte spannt sich über einen Zeitraum von sechzig Jahren und zeigt auf, wie scheinbar willkürliche Ereignisse im Leben miteinander verwoben sind.

Ganz anders ist die Familie in Laura Vogts Roman «Was uns betrifft», den Markus Gasser mitbringt. Das Buch der Schweizer Autorin spielt am Beispiel von drei Frauen radikal und meisterhaft durch, mit welchen Brüchen und Umwälzungen eine moderne junge Frau konfrontiert wird, wenn sie Mutter wird: Individualismus und Mutterschaft reiben sich. Und doch gehören Befreiung und Abhängigkeit zusammen.

In vielen Familien gibt es Verdrängtes, Vorkommnisse, über die man nicht spricht. Davon erzählt die Schweizer Autorin Regula Portillo in ihrem zweiten Roman «Andersland». Im Zentrum steht die Geschichte einer entwurzelten Frau, die um ihre familiäre Identität kämpft.

Felix Münger

Buchhinweise:
Regina Porter. Die Reisenden. S. Fischer, 2020.
Regula Portillo. Andersland. edition bücherlese, 2020.
Laura Vogt. Was uns betrifft. Zytglogge, 2020.

Autor/in: Felix Münger