Glücksmomente im Dickicht der Vergesslichkeit

August Geiger leidet an Alzheimer. Und sein Sohn Arno, ein hochbegabter Schrifsteller, schildert eindringlich, wie diese Krankheit den Vater, das Umfeld und die Beziehungen verändert. Das Buch «Der alte König in seinem Exil» begeistert Kritiker und erobert Bestseller-Listen.

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Arno Geiger sagt im Gespräch mit Luzia Stettler: «Nie hätte ich gedacht, dass ich meinem Vater noch einmal so nahe sein würde: Das Glück dort zu finden, wo ich es am wenigsten erwartet hätte - ja, das erzeugt eine ungeheure Intensität.» 

Bücher über Demenz haben Hochkonjunktur. Aber wohl noch nie ist es einem Autor gelungen, so persönlich über eigene Erfahrungen mit dieser Krankheit zu schreiben, und gleichzeitig so allgemeingültiges festzuhalten.

Mit bewundernswerter Sensibilität stellt sich Arno Geiger in seinem Band der Alzheimer-Krankheit des Vaters, lässt Wut und Verzweiflung zu, und gerät doch nie ins seichte Gewässer der Larmoyanz oder der Blossstellung. Stets wahrt der Sohn die Würde des alten Mannes und nimmt das Publikum mit auf eine berührende Reise ins Land des Vergessens, wo auch immer wieder Erstaunliches möglich wird.

Literaturhinweis:

Arno Geiger: «Der alte König in seinem Exil», Hanser-Verlag
Hörbuch:
Arno Geiger: «Der alte König in seinem Exil», gelesen von Matthias Brandt, HörbucHHamburg

Autor/in: Luzia Stettler, Moderation: Reto Scherrer