Hart, aber herzlich: Männerfreundschaften

Der amerikanische Autor Nickolas Butler erzählt in seinem neuen Roman «Die Herzen der Männer» von Loyalität und Ehre. Was moralisierend klingt, ist die berührende Freundschaft zwischen zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Nickolas Butler erzählt in seinem Roman die Geschichte einer berührenden Freundschaft
Bildlegende: Nickolas Butler erzählt in seinem Roman die Geschichte einer berührenden Freundschaft Colourbox

An seinem dreizehnten Geburtstag hat Nelson seine Pfadfinderkollegen zur Party eingeladen. Niemand erscheint. Nelson weint bittere Tränen. Sein Vater erklärt ihm: «Ich sage dir jetzt mal, wo du Freundschaften schliesst. Freundschaften schliesst man in der Armee, im Schützengraben und an der Front. Mit Männern, die sich für dich vor eine Kugel werfen, die mit dir ihre letzte Zigarette und den letzten Tropfen Wasser aus ihrer Feldflasche teilen. Es geht hier nicht um Geburtstagskuchen und Kerzen, Nelson.» Und dann, wie aus dem Nichts, kommt Jonathan. Ein Pfadfinderkollege, ein Junge aus wohlhabendem Haus, gut aussehend, athletisch, beliebt. Das Gegenteil von Nelson. Aber die beiden unterschiedlichen Jungen freunden sich an – und auch wenn Jonathan nicht immer loyal ist zu Nelson, bleiben sie einander ein Leben lang verbunden.

In einer sehr bildhaften, fast drehbuchreifen Sprache erzählt Nickolas Butler, wie sich die Freundschaft der beiden Jungen entwickelt, wie sie am Leben und aneinander reifen, wie sie ihre Lebensentscheidungen treffen und welche Rolle Ehrgefühl und Loyalität dabei spielen. Ein grossartiger Coming-of-Age-Roman. «BuchZeichen» stellt ihn vor und unterhält sich mit Nickolas Butler unter anderem über seine ganz persönliche, autobiografische Motivation für dieses Buch.

Buchhinweis: Nickolas Butler. Die Herzen der Männer. Klett-Cotta, 2018.

Autor/in: Britta Spichiger