Ilse Aichinger ermuntert zum Misstrauen

Die österreichische Dichterin Ilse Aichinger gehört zu den ganz grossen Schrifstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr einziger Roman, «Die grössere Hoffnung», ist längst zum Klassiker geworden. Luzia Stettler und Hardy Ruoss stellen ihn vor - aus Anlass von Ilse Aichingers' 90. Geburtstag.

Bildlegende: Stefan Moses

Als der Roman «Die grössere Hoffnung» 1948 erschien, erhielt er jubelnde Kritiken. Es ist die berührende und aufrührende Geschichte von Kindern und vom Kindsein im Dritten Reich. Literaturprofessor Walter Jens schrieb damals: «Die einzige Antwort von Rang, die unsere Literatur der jüngsten Vergangenheit gegeben hat».

Luzia Stettler und Hardy Ruoss zeigen, wie das Buch bis heute nichts von seiner Brisanz und Poesie verloren hat und lassen auch die Autorin selber zu Wort kommen. Die Oesterreicherin blieb stets eine Aussenseiterin: sie plädiert, skeptisch der Welt zu begegnen, nichts für selbstverständlich zu nehmen. Mit dieser kritischen Haltung hatte sie sich stets auch der Sprache genähert. Ihre Bücher sind ein Versuch, die Sprache und den Geist zu bewahren.

Ilse Aichinger ist auch bekannt als Lyrikerin. Eine Auswahl von Gedichten von Ilse Aichinger, gelesen von Sandra Werner.

Redaktion: Luzia Stettler