Im Clinch zwischen Medizin und Religion

  • Sonntag, 11. Januar 2015, 14:06 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 11. Januar 2015, 14:06 Uhr, Radio SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 9. Juli 2015, 20:03 Uhr, Radio SRF 1

Beiträge

  • Erfolgsautor Ian McEwan (Bild: Werner Geiger)

    Im Clinch zwischen Medizin und Religion

    Einmal mehr greift der britische Bestseller-Autor Ian McEwan in seinem neuen Roman «Kindeswohl» ein gesellschaftspolitisch brisantes Thema auf: es geht um die Frage, ob Eltern aus Glaubensgründen eine Bluttransfusion verweigern dürfen, die ihrem krebskranken Sohn das Leben retten würde.

    Eine Richterin muss innert 24 Stunden einen Entscheid fällen.

    Buchhinweis: Ian McEwan. Kindeswohl. Diogenes, 2015.Hörbuchfassung, gelesen von Eva Matthes. Diogenes, 2015.

  • Eine Richterin wird herausgefordert

    Hauptfigur im neuen Roman von Ian McEwan «Kindeswohl» ist die 59-jährige Fiona May, Richterin am Londoner High Court, Spezialgebiet Familienrecht. Für sie hat bei Streitigkeiten stets das Wohl der Kinder Priorität.

    Während sie selber gerade eine schlimme Ehekrise durchmacht, muss sie entscheiden, ob eine Klinik gegen den Willen einer Familie, Zeugen Jehovas bei einem bald volljährigen Jungen eine Bluttransfusion vornehmen darf. Sie besucht den leukämiekranken Adam am Krankenbett und staunt, wie klug er seine ablehnende Haltung verteidigt. Was heisst vor diesem Hintergund «Kindeswohl»?

    Luzia Stettler

  • Ein wahrer Fall

    Einmal mehr liefert die Realität den Stoff für Ian McEwans neuen Roman: ein Richter hatte ihm von einem ähnlichen Fall berichtet, in dem er schlussendlich für die Klinik entschieden habe.

    Er sei in seinem Urteil vom jungen Patient bestätigt worden: dieser sei beim Verlassen der Klinik überglücklich gewesen.

    «Was mich allerdings aufhorchen liess» - so McEwan im Interview - «war die Tatsache, dass der Junge sieben Jahre später mittlerweile erwachsen - erneut ins Spital musste.» Diesmal habe er jegliche Bluttransfusion verweigert und sei gestorben. «Hier sah ich das Potential für einen Roman.»

    Luzia Stettler

  • Ian McEwan – ein grosser Kinderfreund

    Immer wieder stellt Ian McEwan Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt seiner Romane: Oft sind es Menschen, die von Erwachsenen verlassen oder missbraucht worden waren oder die selbst als Täterinnen und Täter agieren.

    Inwiefern trifft der englische Bestseller-Autor die Befindlichkeit von jungen Menschen? Und warum scheint er sich so gut in deren Seelenlage hineinversetzen zu können? Luzia Stettler befragt dazu den Kinderpsychiater und Schriftsteller Paulus Hochgatterer, der sich intensiv mit der Literatur von Ian McEwan auseinandergesetzt hat.

    Luzia Stettler