Jesidisches Schicksal – Zülfü Livanelis Roman «Unruhe»

Zülfü Livaneli ist einer der populärsten Musiker der Türkei. Er steht für den Widerstand gegen die Militärputsche der 70er und 80er Jahre und hat einen Ruf wie Mikis Theodorakis in Griechenland. Aber er schreibt auch. «Unruhe», sein neustes Buch, beschäftigt sich mit dem Schicksal der Jesiden.

Mann schaut in die Kamera
Bildlegende: Einer der bekanntesten Künstler der Türkei: Zülfü Livaneli (Bild: Fethi Karaduman)

Das Schicksal der Jesiden ging um die Welt. Nicht erst seit Nadia Murad den Friedensnobelpreis gewonnen hat. Schon die furchtbaren Massaker des Jahres 2015, begangen durch den IS an einer hilflosen Bevölkerung, lösten Ohnmacht und Bestürzung aus. Sie veranlassten Zülfü Livaneli dazu, sich schreibend mit dem jesidischen Schicksal auseinanderzusetzen. Entstanden ist so ein Roman, der ein Jahr lang die türkische Bestsellerliste angeführt hat und nun auf Deutsch vorliegt.
Literaturredaktor Michael Luisier hat Zülfü Livaneli zum Gespräch getroffen und sich mit dem Roman auseinandergesetzt. Er hat dabei herausgefunden, dass der Roman nicht nur das Leiden eines wenig bekannten Volkes aufzeigt, sondern einen alternativen Weg für den gesamten Nahen Osten.

Buchhinweis:
Zülfü Livaneli. Unruhe. Klett-Cotta, 2018.

Autor/in: Michael Luisier