Josef Mengele: Im Herz der Finsternis

Josef Mengele war einer der übelsten Verbrecher des Hitler-Regimes. Der Franzose Olivier Guez nimmt in seinem packenden Roman Mengeles Spur im Exil in Südamerika auf. Die in Australien lebende Heather Morris erzählt von einem Auschwitz-Häftling, der unter Mengeles Aufsicht arbeiten musste.

Auschwitz, Januar 1945
Bildlegende: Auschwitz, Januar 1945 (Bild: Keystone)

Der Nazi-Arzt Mengele, der in Auschwitz grausame Experimente an Häftlingen durchführte, wurde nie gefasst. Nach dem Krieg entwischte er wie viele andere Nazis nach Südamerika.

Olivier Guez' minutiös recherchierter Tatsachenroman «Das Verschwinden des Josef Mengele» erzählt, dass dieser dort lange Zeit ohne Sorgen lebte. Als jedoch die Israelis 1960 in Argentinien Adolf Eichmann fassten, war es auch für Joseph Mengele mit der Ruhe vorbei.

Nun begann Mengeles «Höllenfahrt», die bis zu seinem Tod 1979 in Brasilien dauerte. Guez schildert in seinem atemberaubenden Werk Mengeles permanente Verfolgungsängste, seine Verbitterung, sein Hass auf die Welt, seine Krankheit und Einsamkeit.

Heather Morris' Buch «Der Tätowierer von Auschwitz» erzählt die wahre Geschichte eines slowakischen Juden, den die Nazis 1942 nach Auschwitz deportierten. Er überlebte den Horror des Lagers, weil er für die SS wichtig war.

Er musste unter Mengeles Augen den Neuankömmlingen die berühmt-berüchtigte fünfstellige Lagernummer in den Unterarm tätowieren.

Dass der Mann überlebte, verdankte er aber auch der Liebesbeziehung, die er in Auschwitz - trotz des Lagerhorrors –mit einer jungen Gefangenen aufbauen konnte. Sie gab ihm die Kraft, die Hoffnung nicht aufzugeben.

Buchhinweise:
Olivier Guez. Das Verschwinden des Josef Mengele. Aufbau, 2018.
Heather Morris. Der Tätowierer von Auschwitz. Die wahre Geschichte des Lale Sokolov. Piper, 2018.

Autor/in: Felix Münger