Luise Rinser: Ein Leben in Widersprüchen

Luise Rinser gehörte zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Sie war als Friedensaktivistin populär und wurde sogar als Kandidatin fürs Amt der Bundespräsidentin portiert. Dann tauchten plötzlich Gedichte aus der Nazi-Zeit auf. 

Ausschnitt des Buchcovers.
Bildlegende: Ausschnitt des Buchcovers. S. Fischer

Mit Romanen wie «Mirjam», «Abaelards Liebe» oder «Die gläsernen Ringe» eroberte sich Luise Rinser ein Millionen-Publikum. Auch galt sie als Integrationsfigur und moralische Instanz im Deutschland der Nachkriegszeit. Immer wieder hatte sie sich für die Schwachen in dieser Gesellschaft eingesetzt und offen auch Kirche und Staat kritisiert.

Seit Huldigungsgedichte an Adolf Hitler aufgetaucht sind, ist das Bild der tapferen Widerstandskämpferin angekratzt. Wie stark war Luise Rinser tatsächlich mit dem Dritten Reich verstrickt ?

Antworten liefert jetzt eine spannende Biografie, die zum 100. Geburtstag von Luise Rinser erschienen ist. Geschrieben hat sie ein enger Vertrauter der Schrifstellerin, José Sanchez de Murillo, Philosophieprofessor in München. Er ist Gast bei Luzia Stettler: Sie stellen Sequenzen aus früheren Interviews vor und ergründen die Frage: Warum hat ausgerechnet die streitbare Luise Rinser gewisse Kapitel in ihrem Leben ausgeblendet oder beschönigt?


Luise Rinser - Ein Leben in Widersprüchen von José Sanchez de Murillo (S. Fischer Verlag)
Mirjam von Luise Rinser Mirjam (Fischer TB)
Abaelards Liebe von Luise Rinser, (Fischer TB)

 

Autor/in: Luzia Stettler