Milena Moser: Land der Söhne

Für den Roman «Land der Söhne» hat sich Milena Moser drei Jahre lang Zeit genommen. Entstanden ist ein dicht gewebter, einfühlsamer Roman, der sich über drei Generationen einer Familie spannt. Lesenswert, anregend, berührend.

Lebt und schreibt in New Mexico: Milena Moser
Bildlegende: Lebt und schreibt in New Mexico: Milena Moser Bild: Nina Wright

Die eine Hauptfigur des Romans ist Lou, der als Junge in den 1940-er Jahren in ein Internat in die Wüste des US-amerikanischen Südwestens geschickt wird. Aus dem einsamen, unsicheren Jungen, dessen Mutter eine italienische Einwanderin ist, wird einer der grössten Hollywoodproduzenten.
Eine weitere Hauptfigur ist Lous Sohn Giò, der in den 1970-er Jahren in einer Hippiekommune aufwächst. In späteren Jahren lässt er eine Leihmutter – gemeinsam mit seinem Lebenspartner – sein Töchterchen Sofia austragen.
Sofia ist die dritte Hauptfigur im Roman. Sie kleidet sich zwar wie ein Junge, will aber trotzdem ein Mädchen sein. Sofia ist auf der Suche nach ihrer eigenen Identität.

Milena Moser verwebt diese drei Lebensgeschichten dicht ineinander. Es dauert einen Moment, bis man in den Roman eingetaucht ist, aber dann ist man berührt und mitgerissen von den differenziert beschriebenen Figuren – und dem Setting im Südwesten der USA.

New Mexico mit seiner scheinbar kargen und mystischen Landschaft fesselt nicht nur den Leser, die Leserin, sondern auch die Autorin. Im persönlichen Gespräch mit BuchZeichen erzählt Milena Moser unter anderem, was die wilde Schönheit des amerikanischen Südwestens für sie bedeutet und weshalb ihr Roman genau dort spielen muss.

Buchhinweis:
Milena Moser. Land der Söhne. Nagel und Kimche, 2018.

Autor/in: Britta Spichiger