Schauplatz Arabien – Welt zwischen Paradies und Hölle

  • Sonntag, 28. Mai 2017, 14:06 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 28. Mai 2017, 14:06 Uhr, Radio SRF 1
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 30. Mai 2017, 21:03 Uhr, Radio SRF 1

Das Wort «Arabien» weckt in unseren Köpfen zwiespältige Assoziationen: einerseits denken wir spontan an die märchenhafte Welt aus «Tausend und einer Nacht»; andererseits stellen sich Bilder ein von Krieg und Vertreibung.
Was halten die beiden Autorinnen Amsél und Olga Grjasnowa von diesen Klischees? Inwiefern spiegeln sie die Realität? Ihre aktuellen Romane spielen in Marokko («Wiedersehen in Tanger») bzw. in Syrien («Gott ist nicht schüchtern»). SRF-Literaturredaktorin Luzia Stettler diskutiert mit ihnen live an den Solothurner Literaturtagen.

Beiträge

  • Vom Paradies in die Hölle

    Das öffentliche Bild der arabischen Welt ist mehr als angekratzt: Krieg, Flucht und Terror prägen aktuell die Vorstellungen von dieser Welt-Region. Jede Frau mit Kopftuch muss mit negativen Reaktionen rechnen. Die ganze islamische Welt steht plötzlich unter Generalverdacht.

    Früher war das noch ganz anders: das Kind Olga Grajasnowa in Baku oder das Kind Amsél in Zürich: sie wuchsen noch auf mit den zauberhaften Vorstellungen vom Orient: genährt durch die Märchen von «Tausend und einer Nacht».

    Luzia Stettler

  • Von Zürich nach Tanger

    Die gebürtige Schweizer Fotografin Amsél widmet ihren Erstling «Wiedersehen in Tanger» ihrem zweiten Heimatland Marokko.

    Sie erzählt von drei Leuten, die sich an einem Kongress über die «Gefahr der Ausbreitung der Wüsten» in Tanger kennenlernen und in eine abenteuerliche Dreiecksgeschichte verwickelt werden; ihre Weltanschauung wird arg herausgefordert.

    Amsél pendelt seit Jahren zwischen Zürich und Tanger; Sie ist der besonderen Magie dieser Stadt erlegen, weil dort Schönheit und Schrecken unmittelbar aufeinander prallen.

    Buchhinweis: Amsél. Wiedersehen in Tanger. Verlag Die Brotsuppe, 2017.

    Luzia Stetter

  • Von Baku nach Berlin

    Die junge Schrifstellerin Olga Grjasnowa erzählt in ihrem neuen Roman «Gott ist nicht schüchtern wie zwei junge Leute aus der syrischen Oberschicht unter dramatischen Umständen auf Flüchtlingsbooten nach Europa gelangen und sich in Berlin wiederbegegnen: zwei Menschen, die alles verloren haben und noch einmal von vorne beginnen müssen.

    Olga Grjasnowa ist mit einem Syrer verheiratet und kennt die Erfahrung der Emigration: Sie stammt aus einer russisch-jüdischen Familie und kam im Alter von 12 Jahren aus Aserbaidschan nach Berlin.

    Buchhinweis: Olga Grjasnowa. Gott ist nicht schüchtern. Aufbau, 2017.

    Luzia Stettler

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Luzia Stettler