Was einem ins Leben mitgegeben wird, …

... ist nicht immer das, was man sich wünscht. Wie also gestaltet man sein Leben? Wie bringt man familiäre und gesellschaftliche Gegebenheiten mit den eigenen Vorstellungen unter einen Hut? Damit befassen sich drei aktuelle Bücher. Und der Literatur-Stammtisch diskutiert darüber.

Frau mit schwarzen Haaren blickt in die Kamera
Bildlegende: Erzählt die Geschichte ihrer eigenen Herkunft: Monika Helfer (Bild: Isolde Ohlbaum)

«Nelly B.s Herz» erzählt vom Leben einer deutschen Flugpionierin. Nelly B. hat im Berlin der wilden zwanziger Jahre den Flugschein gemacht und leitet mit ihrem Mann eine Flugschule. Dann eröffnet ihr der Arzt, dass sie wegen eines Herzleidens nicht mehr fliegen darf. Für Nelly B. bricht eine Welt zusammen. Und ein neues Leben beginnt

«Die Bagage» erzählt von einer einfachen Bäuerin, die für ihre traumhafte Schönheit büssen muss. Der Roman ist eine archaische und gleichzeitig nüchtern erzählte Familiengeschichte zu Zeiten des Ersten Weltkriegs. Unter anderem zeigt er, wie Menschen früher durch Lebensumstände regelrecht geknebelt sein konnten.

«Das aussergewöhnliche Leben eines Dienstmädchens namens Petite – besser bekannt als Madame Tussaud» erzählt, wie aus einem Waisenmädchen eine Weltberühmtheit wird. Im ausgehenden 18. Jahrhundert lernt die kleine Marie Grosholtz zufällig den exzentrischen Wachsbildner Doktor Curtius kennen. Er nimmt sie unter seine Fittiche und bringt ihr sein Handwerk bei.

Am heutigen Literatur-Stammtisch sitzen Nicola Steiner und Franziska Hirsbrunner. Gastgeberin ist Britta Spichiger.

Buchhinweise:
Aris Fioretos. Nelly B.s Herz. Hanser Verlag, 2020.
Monika Helfer. Die Bagage. Hanser Verlag, 2020.
Edward Carey. Das aussergewöhnliche Leben eines Dienstmädchens namens Petite – besser bekannt als Madame Tussaud. C.H. Beck Verlag, 2020.

Autor/in: Britta Spichiger