Das Boot ist voll

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Eine Gruppe von Juden kann während des Zweiten Weltkriegs in die Schweiz fliehen. Doch die hiesigen Behörden verweigern ihnen das Asyl. Paragrafen zählen mehr als Mitmenschlichkeit. Das Meisterwerk von Markus Imhoof schildert die bewegende Geschichte dieser hilflosen Schicksalsgemeinschaft.

Im Kriegssommer 1942. Aus einem deutschen Transportzug, der durch die Schweiz fährt, kann eine kleine Gruppe fliehen. Angeführt wird sie von Judith Krüger (Tina Engel), deren Mann Hannes (Hans Diehl) als internierter Flüchtling schon in der Schweiz lebt, und vom desertierten Soldaten Karl Schneider (Gerd David). Mit dabei sind ausserdem Lazar Opstrowskij (Curt Bois), ein alter Jude aus Wien, Judiths junger Bruder Olaf Landau (Martin Walz) sowie zwei Kinder, das Mädchen Gitty (Simone) und der französischsprachige Maurice (Laurent).

Auf dem Gasthof der Familie Flückiger suchen sie Unterschlupf. Bäuerin Anna (Renate Steiger) ist wenig begeistert, ihr Mann Franz (Mathias Gnädinger) lässt gar den Dorfpolizisten rufen. Erst einmal werden die Flüchtlinge im Waschhäuschen untergebracht und versteckt. Anna sucht beim Dorfpfarrer (Klaus Steiger) Rat. Dort vernimmt sie, dass Deserteure sowie Eltern mit Kindern wohl nicht ausgewiesen würden. Das Mitgefühl obsiegt. Gewaltsam wird aus dem verängstigten Trüppchen eine Familie mit Grossvater und Kindern geformt. Doch Landjäger Bigler (Michael Gempart) waltet buchstabentreu seines Amtes.

Das kritische und berührende Werk von Regisseur Markus Imhoof wurde für den Oscar nominiert. Schweizer Radio und Fernsehen zeigt den Film anlässlich des 75. Geburtstages von Regisseur Markus Imhoof in einer restaurierten Fassung in HD-Qualität.