Das Erbe der Bergler

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Wie ihre Vorväter steigen Muotathaler Bauern noch heute am 1. August auf den Berg zum Wildheuen. Faszinierendes Porträt einer halsbrecherischen Schweizer Tradition.

Einst war das Wildheuen im Muotathal eine überlebensnotwendige Tätigkeit für Bauern mit keinem oder wenig Landbesitz. Doch auch heute noch klettern ihre Nachfahren in die steilen Hänge und üben das gefährliche Handwerk aus. Allerdings dient es heute einem anderen Zweck.

In der Berghütte wird bei einem Kaffee mit Schnaps durch das «Zirknen» ausgelost, welches Korporationsmitglied welche Hänge zu mähen hat. Das Heu wird mit Netzen zu Ballen von bis zu 80 Kilogramm verschnürt, und diese Bürde schultern die Wildheuer bis zur Seilbahn. Sind die Fuder eine erste Wegstrecke talwärts gesaust, werden sie in Schobern zwischengelagert, bis sie im Winter ins Tal transportiert werden können. Ist die Heuet einmal heil überstanden, wird in der Beiz gefeiert, bei Musik und Besentanz, bevor der Alltag wieder beginnt.

Erich Langjahr, Spezialist für stimmige Filme über den Schweizer Bauernstand, hat mit «Das Erbe der Bergler» 2006 einen Überraschungserfolg gelandet. Sein «Wildheuerfilm» lief über ein Jahr lang in den Schweizer Kinos.