Das Gehörlosendorf

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Gehörlose sind nicht stumm, sie sprechen einfach eine andere Sprache. Einen Monat lang lebt der Dokumentarfilmer Dieter Gränicher im Gehörlosendorf in Turbenthal. Entstanden ist ein einfühlsames Portrait von Menschen, die ihre behinderungsbedingten Grenzen mit grosser Ausdruckskraft überwinden.

Der Dokumentarfilmer Dieter Gränicher hat die Welt der Gehörlosen erkundet. Einen Monat lang lebt er in der Gemeinschaft des Gehörlosendorfes in Turbenthal. Arbeit, Wohnen, Freizeit – die Strukturen sind klar definiert. Aber es gibt viel Raum für individuelle Entwicklung sowie ein unterstützendes Netz von Betreuerinnen und Betreuern.

Gehörlose sind Meister im Lippenlesen. Untereinander sprechen sie jedoch eine andere Sprache: Finger, Hände, Arme formulieren Worte und Sätze, die Mimik unterstreicht die Botschaft, Blicke und Berührungen schlagen den Bogen zum Gegenüber. Wer mit Gebärden kommuniziert, bringt sich auf sehr direkte Weise ein. Das prägt das Zusammenleben.

Dieter Gränicher begleitet die häufig mehrfach behinderten, zum Teil auch psychisch kranken Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Alltag – als aufmerksamer, mit zunehmender Vertrautheit immer näher rückender Beobachter. Er begegnet Momenten von grosser Unmittelbarkeit: Freude und Nachdenklichkeit, Streit und Flirt, Ausgelassenheit und Versunkenheit.