Der Imker und sein Sohn

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Desillusioniert kehrt Maofu aus der Stadt zu seiner Familie aufs Land in den Norden Chinas zurück. Sein Vater, ein alternder Bienenzüchter, hofft, dass sein Sohn das Handwerk der Bienenzucht erlernt. Doch eine Zusammenarbeit ist schwierig. Die Kluft zwischen Tradition und Moderne zu tief.

In einem Dorf im Norden Chinas verliert der alte Bienenzüchter Laoyu viele Bienenstöcke durch schweren Wurmbefall. Es ist der schwerste Schicksalsschlag, den er in seiner 50-jährigen Bienenzüchterkarriere miterlebt hat. Noch mehr als um seine Bienenstöcke sorgt sich Laoyu jedoch um die Zukunft seines Sohnes Maofu, der bisher als Wanderarbeiter von einer Stadt zur nächsten gezogen ist und nun nach Hause zurückgekehrt ist.

Als Maofu im Sommer nach Hause zurückkehrt, hofft Laoyu, dass sie die Bienenstöcke gemeinsam wiederaufbauen werden. Maofu interessiert sich aber mehr dafür, eine Marke für den von seiner Familie hergestellten Honig zu kreieren. Der alten Tradition folgend legt Laoyu großen Wert darauf, dass sein Sohn erst das Handwerk des Bienenzüchtens lernt, bevor er über die Vermarktung des Honigs nachdenkt. Während Laoyu von Maofus mangelnder Eigeninitiative enttäuscht ist, droht Maofu unter dem autoritären Tonfall seines Vaters zu ersticken.

Die junge chinesische Filmemacherin Diedie Weng begleitet die Bienenzüchter Familie während eines Jahres und wird dabei von den beiden Hauptprotagonisten immer mehr ins Vertrauen gezogen: Maofu spricht zu ihr über seine Sehnsucht nach finanzieller Unabhängigkeit und seinen Traum von einem eigenen Weg. Laoyu teilt ihr seine Sorgen über seine pflegebedürftige 90-jährige Mutter und sein eigenes Älterwerden mit. Die Arbeit mit den Bienen - die Herausforderungen durch den Wurmbefall, einen äußerst kalten Winter und eine zu frühe Blüte - wird dabei immer mehr zum metaphorischen Hintergrund der Innenansicht einer chinesischen Familie auf dem Land, die mit ihren Mitteln versucht, den Herausforderungen einer auseinanderdriftenden Gesellschaft zu begegnen.