Der letzte Mentsch

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Marcus ist Mitte achtzig und will unbedingt auf einem jüdischen Friedhof beerdigt werden. Doch einen eindeutigen Beweis für sein Judentum hat er nicht. Denn nach dem Holocaust wollte er nichts mehr mit seinen Wurzeln zu tun haben. Gelingt es ihm auf sein Lebensende hin, diese Wurzeln wiederzufinden?

Der 84-jährige Übersetzer Marcus ist körperlich noch sehr gut beieinander. Trotzdem macht er sich Gedanken, was mit ihm nach seinem Tod passieren soll. Wo will er beerdigt werden? Für den gebürtigen Juden drängt sich natürlich der Friedhof seiner Glaubensgemeinschaft auf. Doch als der verantwortliche Rabbi einen Beweis von Marcus für sein Judentum verlangt, kommt dieser in die Bredouille. Denn der alte Mann hat seine Wurzeln zeitlebens verleugnet und kann auch keinen lebenden Verwandten vorweisen, der die Religionszugehörigkeit bezeugen könnte. Ohne Beweis gibt's aber kein jüdisches Grab, sagt ihm der Rabbi klipp und klar. Der Geistliche empfiehlt Marcus, in seine rumänische Heimatstadt zu reisen, wo er aufwuchs und mit seiner Familie lebte.

Marcus heuert die jungen Deutschtürkin Gül an, ihn Richtung Osten zu fahren. Anfangs verstehen sich die Beiden überhaupt nicht. Erst allmählich kommen sich die rotzige Gül und Marcus näher, entdecken Parallelen in ihrem Lebensweg. Gül steht mit je einem Bein in einer anderen Kultur - richtige Wurzeln kennt sie nicht. Marcus sind sie durch den Verlust seiner Familie abhandengekommen. Die Nazis haben sie ausgelöscht. Weil sie Juden waren. Nur Marcus hat überlebt, wollte die Zeit des Holocausts einfach vergessen. Und steckt jetzt deshalb in einer absurden Situation: Im dritten Reich hätte er viel darum gegeben kein Jude zu sein. Und jetzt, wo er wieder einer sein müsste, glaubt man es ihm nicht.
Je näher Marcus seiner rumänischen Heimat kommt, desto tiefer taucht er in seine Vergangenheit ein. Und umso aufwühlender und schmerzlicher sind die Erinnerungen, die ihn überfallen. Erst in Budapest, wo seine Eltern in einem Luxushotel arbeiteten, bis sie von den Besitzern denunziert wurden. Und dann in Satu Mare. Dort trifft er auf die gleichaltrige Ethel. Die blinde, offenbar demente Frau glaubt ihn zu erkennen. Reicht das aus, um endlich doch noch als Jude anerkannt zu werden. Geht Marcus' innigster Wunsch unter Seinesgleichen begraben zu werden, doch noch in Erfüllung?

Der französische Regisseur und Autor Pierre-Henry Salfati setzt in «Der letzte Mentsch» ein ambitioniertes Ziel um. Er erzählt die Suche eines Holocaustüberlebenden nach seinen Wurzeln mit komödiantischem Einschlag, spart die Tatsachen um die grösste Tragödie des zwanzigsten Jahrhunderts aber nicht aus. Neben Stars wie Mario Adorf , Hannelore Elsner und Katharina Derr, fungieren mit Margot Gödrös, Herbert Leiser und Roland Bonjour auch Schweizer Darsteller auf der Besetzungsliste.