Willkommen in der Schweiz

Dokumentarfilmsommer 2018

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Das reiche Dorf Oberwil-Lieli verweigert 2015 die Aufnahme einer Handvoll Flüchtlingen. An vorderster Front, Gemeindeammann Andreas Glarner, der ein Exempel statuieren will. Doch in der Gemeinde formiert sich Widerstand gegen die Nein-Politik. Die Mühlen der direkten Demokratie beginnen zu mahlen.

Im Sommer 2015 suchen eine Million Menschen auf der Flucht Schutz in Europa. 40 000 schaffen es bis in die Schweiz, zehn werden vom Kanton Aargau der reichen Gemeinde Oberwil-Lieli zugeteilt. Aber Andreas Glarner, Gemeindepräsident und SVP-Nationalratskandidat, will ein Exempel statuieren. Er weigert sich, in seinem Dorf Flüchtlinge aufzunehmen. Johanna Gündel, Studentin und Tochter eines lokalen Gemüsebauern, organisiert mit der IG Solidarität den Widerstand gegen diese Nein-Politik.

Derweil steigt der Gemeindepräsident prompt zum Nationalrat und Migrationschef der SVP auf. Die damalige Grüne Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli, die für die Unterbringung der Asylsuchenden zuständig war, befürchtete, dass Ängste und ideologische Debatten davon abhalten, kluge Lösungen zu finden.
Ausgehend von den Ereignissen in Oberwil-Lieli erzählt die Regisseurin Sabine Gisiger in «Willkommen in der Schweiz» gleichnishaft von der Schweiz in Zeiten der sogenannten Flüchtlingskrise - davon, was dieses Land in der Mitte Europas war, sein will oder werden könnte. Die Geschichte dieser gespaltenen Gemeinde steht symbolisch für die Situation im ganzen Land.