FRS: Das Kino der Nation

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Die Gotthelf-Filme von Franz Schnyder sind Teil der Schweizer Volkskultur. Beim Publikum beliebt, von der Kritik verstossen. Schnyder setzte sich aber auch mit unpopulären Themen der Gesellschaft auseinander. Das feinfühlige Portrait von Christoph Kühn zeigt den Altmeister in all seinen Facetten.

Am 8. Februar 2013 jährt sich Franz Schnyder Todestag zum 20. Mal. Aus diesem Anlass zeigt SRF1 das beeindruckende Zeitdokument über den Regisseur in einer digital restaurierten Fassung.

Erst bejubelt, dann vergessen: Der Filmregisseur Franz Schnyder

Kurz vor dem 75. Geburtstag von Filmregisseur Franz Schnyder (FRS) drehte der junge Schweizer Filmemacher Christoph Kühn 1984 einen faszinierenden Dokumentarfilm über den «grossen alten Mann» des Schweizer Kinos, dessen Lebenswerk auch die berühmten und von Generationen geschätzten Gotthelf-Adaptionen umfassen. Die Produktion ist darüber hinaus die Geschichte der Bekanntschaft zwischen Franz Schnyder und Christoph Kühn; sie schlägt eine Brücke zwischen Altem und Neuem Schweizer Film.

Nach seinem erfolgreichen Debüt mit «Gilberte de Courgenay» (1941) galt Franz Schnyder (1910 bis 1993) in den 1950er- und 60er-Jahren als erfolgreicher Interpret von Jeremias Gotthelf («Uli der Knecht» 1954, «Uli der Pächter» 1955, «Die Käserei in der Vehfreude» 1958, «Anne Bäbi Jowäger» 1960) und Johanna Spyri («Heidi und Peter» 1955). Daneben versuchte sich Schnyder in modernen, zeitkritischen Stoffen («Wilder Urlaub» 1943 und «Der 10. Mai» 1957), denen aber das Publikum die Gefolgschaft verweigerte. Schnyders Karriere fand in der Aufbruchstimmung von 1968 mit der Fernsehserie und dem Kinofilm «Die sechs Kummerbuben» ein jähes Ende.

 Der junge Schweizer Filmregisseur Christoph Kühn spürt 1984 in seiner Begegnung mit dem Altmeister den Gründen für Erfolge und Misserfolge, den Gegensätzen und Widersprüchen in der Persönlichkeit von Franz Schnyder nach. Das ungewöhnliche, spielerische Porträt erreicht seinen Höhepunkt, wenn gezeigt wird, wie Franz Schnyder einige Szenen aus seinem nie verwirklichten Herzensprojekt «Pestalozzi» inszeniert. Dank «FRS: Das Kino der Nation» versöhnte sich der zornige alte Mann für kurze Zeit mit den jungen Schweizer Filmemachern, die seine Werke mehrheitlich ablehnten und die Filme als «Grossvaters Kino» abtaten.

Lesen sie auf srf.ch/kultur einen Beitrag über die Restaurierung der Filme von Franz Schnyder.