Generation Teleboy

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Hannes Hug zählt sich zur ersten Generation Schweizer Fernsehkinder. Als Vertreter dieser «Generation Teleboy» erzählt er seine ganz persönliche Geschichte und wie sie schicksalhaft mit derjenigen der DRS Big Band und der Unterhaltungsmusik in der Schweiz verknüpft ist.

31. Dezember 1981, Silvester. Alles funkelt und leuchtet. Hannes Hug sitzt als 13-Jähriger vor dem Fernseher. Über den Bildschirm flimmert zum allerletzten Mal die Sendung «Teleboy» mit Kurt Felix, musikalisch umrahmt von der DRS Big Band unter Leitung des fingerschnippenden Hans Moeckel im weissen Anzug. Fasziniert von Glitzer und Glamour, verliebt sich der kleine Hannes ausserdem in eine der Tänzerinnen des Fernsehballetts und träumt sich in die Welt des Showbusiness. Da will er hin!

In den 90er Jahren schafft Hug tatsächlich den Sprung auf die andere Seite der Mattscheibe und entkrampft u.a. als «Zebra»-Moderator das Schweizer Fernsehen. Im Fonduestübli der Fernsehkantine lernt er einige der Musiker von damals kennen. Was sie ihm erzählen und wofür er in den Archiven Belege findet, ist ungeheuerlich: Über Radio und Fernsehen wurde das Land knapp fünf Jahrzehnte lang von einem Geheimplan aus dem Bunker des Generalstabs um General Guisan beherrscht; und selbst Hugs Generation – die «Generation Teleboy» – noch mit den Werten der geistigen Landesverteidigung imprägniert.

Die musikalische Landesverteidigung war ein Teil dieses Plans. Mit der staatlichen Lizenz zur Unterhaltung befehligten taktstockschwingende Kommandanten unter wechselnden Namen eine musizierende Söldnertruppe - zuletzt die DRS Big Band. So wurde das einstmals widerspenstige Bergvolk mit Pauken und Trompeten bei Laune gehalten. Als Höhepunkt dieser «kleinen Machtmusik» bereitete «Teleboy» die Bühne zur Massenhypnose. Erst mit der letzten Sendung wurde die Schweiz in die kulturelle und musikalische Mündigkeit entlassen.

Augenzwinkernd nimmt uns Hannes Hug mit auf einen wilden Ritt durch 50 Jahre Schweizer Radio- und Fernsehgeschichte. Festgemacht an den Erinnerungen der pensionierten DRS Big Band-Musiker galoppieren wir durch eine Welt voller Melodien, Manipulation und Mogelei. Ein Wiedersehen mit dem Spielhaus, Dominik Dachs und den Katzenpiraten, sowie dem unvergessenen Kurt Felix.