Grüningers Fall

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Der St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger war kein Held, aber als es notwendig wurde, brach er die Gesetze mit einer fast naiv anmutenden Menschlichkeit. Mit Empfehlungsschreiben und vordatierten Einreisedaten ermöglichte er hunderten von Juden die Einreise in die sichere Schweiz.

Zu den späten Helden des Zweiten Weltkriegs gehört der 1972 verstorbene St.Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger. Er ignorierte die Verschärfung der offiziellen Flüchtlingspolitik und rettete so, auch nach dem August 1938, Hunderte von Juden. Um so vielen wie möglich zu einer legalen Einreise in die Schweiz zu verhelfen, unterschrieb er Dokumente, verfasste Empfehlungsschreiben und gab der israelitischen Flüchtlingshilfe den Rat, die Einreise der Emigranten vorzudatieren, um ihre Anwesenheit im Nachhinein legalisieren zu können. Sein Glaube an das das Recht auf Asyl und seine Menschlichkeit zerstörten jedoch seine eigene Existenz. 1941 wurde Grüninger aus seinem Amt entlassen und gerichtlich verurteilt. Danach fand er jahrelang keine Arbeit.

Der engagierte Dokumentarfilmer Richard Dindo hat als Rahmen für «Grüningers Fall» das Bezirksgericht St. Gallen gewählt. Hier wurde Paul Grüninger im Oktober 1940 der Prozess gemacht wurde. Ehemalige jüdische Emigrantinnen und Emigranten, die aus der ganzen Welt herbeigereist sind, legen Zeugnis ab über den Mann, der ihnen seinerzeit das Leben rettete und von dessen weiterem Schicksal sie erst zu spät erfuhren.