Konfrontation - Das Attentat von Davos

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In den 1930er- Jahren wucherte der Antisemitismus auch in der Schweiz. Doch sowohl Schweizer wie auch Juden wollen die tödliche Gefahr nicht wahrhaben. Der jüdische Medizinstudent David Frankfurter kannte die Folgen aus seiner Studienzeit in Deutschland. In seiner Verzweiflung wird er zum Mörder.

Wer erinnert sich daran, dass es in den 1930er-Jahren einen NSDAP-Landesgruppenleiter Schweiz namens Wilhelm Gustloff, wohnhaft in Davos, gegeben hat? Wem ist es im Bewusstsein geblieben, dass damals hierzulande nicht jeder ein lupenreiner Anti-Nazi war? Das Abzeichen der Nationalsozialisten wurde in jenen Tagen auch hierzulande getragen, am oder unter dem Revers.

Der Film „Konfrontation“ von Rolf Lyssy beleuchtet einen historischen Fall von grosser Tragweite: Das Attentat von Davos. 1936 erschoss der jüdische Medizinstudent David Frankfurter den Gauleiter Schweiz, Wilhelm Gustloff. Nach der Tat stellt sich Frankfurter der Polizei und gibt zu Protokoll: «Ich kann nicht mehr das Unglück des jüdischen Volkes ertragen, es hat mir die Lebensfreude genommen».

Anhand dieser Affäre stellt sich die Frage nach dem Sinn des Widerstands und nach der Problematik des politischen Attentats. Die Tat war in der Schweizer Bevölkerung sehr umstritten. Für die einen war es ein Attentat mit politischem Hintergrund, für die anderen nichts als gemeiner Mord. Indem Lyssy faktengetreu die Hintergründe aufzeichnet, die zur Tat des jüdischen Medizinstudenten David Frankfurter führten, die Tat in seinem Film aber nicht wertet, gelingt ihm eine generelle Auseinandersetzung mit Attentaten.

Frankfurter wurde 1936 in Chur wegen Mordes zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, nach dem Krieg 1946 jedoch freigesprochen. Sein lebenslänglicher Landesverweis wurde erst Ende der 60er-Jahre aufgehoben.

Die CH:Filmszene zeigt die restaurierte Originalversion in HD Qualität.