Salecina - Von der Weltrevolution zur Alpenpension

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Salecina - ein Mikrokosmos. Das politisch links stehende Ferien- und Bildungszentrum bei Maloja widerspiegelt über 40 Jahre Zeitgeschichte. Hier begannen neue Ideen, neue Lebensformen, neue politische Bewegungen. Es wurde zum soziokulturellen, politischen Mekka der linken Intelligenzia.

1971 gründete der Zürcher Sozialist und Buchhändler Theo Pinkus, gemeinsam mit seiner Frau Amalie Pinkus-De Sassi, auf dem Malojapass das Begegnungszentrum Salecina. Es wurde zum soziokulturellen, politischen Mekka der linken Intelligenzia mit Gästen wie Max Frisch oder Herbert Marcuse.

Der Film gibt Einblicke in das vom Establishment scharf beobachtete «widerständische Nest», das sogar in die Nähe terroristischen Gedankenguts gerückt wurde. Zitate von Gründungsmitgliedern spiegeln die Ursprungszeit; Gespräche mit zeitgenössischen Salecina-Aktivisten schlagen den Bogen zur Gegenwart. Und die facettenreiche Tour d'horizon durch die Chronik der alpinen Denkschmiede macht auch den sich wandelnden Zeitgeist seit der 1968er-Ära sichtbar - und ist darüber hinaus eine zärtlich-emotionale, (selbst)ironische Hommage an bewegte Frauen und Männer aus drei Generationen, die auf 1800 Metern über Meer Utopien für eine gerechtere Welt entwickelten und entwickeln.

Aktivisten der ersten Stunde erzählen mit liebevoll ironischer Distanz vom chaotischen Beginn. Die Nachkommen kommentieren, wie sie ihre Mütter und Väter dabei erlebten, und deren Kinder wiederum sagen, was sie heute an Salecina begeistert.  Vom Mythos ist einiges geblieben – nicht zuletzt die Gemeinschaftsdusche und der Spüldienst für alle.