Schockwellen - Tagebuch des Todes

Schockwellen - Tagebuch des Todes

Einige Minuten bevor er seinen Vater und seine Mutter tötet, schickt ein 18-jähriger Schüler seiner Französischlehrerin sein Tagebuch, in dem er die Tat gesteht, per Post zu. Die Lehrerein gerät in ein moralisches Dilemma. Der Film von Ursula Meier ist inspiriert von einer wahren Begebenheit.

Die Regisseurin Ursula Meier nähert sich behutsam einem schrecklichen Verbrechen, das in Rückblenden in den Kontext von Literatur und schulischer Kreativität gesetzt wird. Am 27. Februar 2009 ermordet der Schüler Benjamin Feller (Kacey Mottet Klein) seine Eltern. Sein Tagebuch, in dem er seine Tat gesteht, schickt er kurz zuvor an seine Französischlehrerin.
Die Lehrerin (Fanny Ardant), wird von der Polizei befragt und sieht sich plötzlich mit ihren eigenen Zweifeln konfrontiert. Hat sie mit ihrer Vorliebe für Literatur, die sich mit den Abgründen der menschlichen Seele befasst, ihre Schüler negativ beeinflusst. Ist sie verantwortlich dafür, dass sie hinter der fiebrigen Prosa ihres Schülers, seine grosse Not nicht erkannt hat. Die Lehrerin bleibt auch während der Haft des Schülers seine Hauptbezugsperson.
Der Film ist Teil einer Reihe über reale Kriminalfälle in der Westschweiz. Unter der Regie von Ursula Meier laufen Fanny Ardant und Kacey Mottet Klein zu höchst Form auf. Als ungleiche Gegenüber umkreisen sich die beiden vorsichtig und unsicher in diesem filmischen Tanz verletzter Seelen.