Vol Spécial

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Fernand Melgars preisgekrönte Dokumentation über die Ausschaffung unwillkommener Ausländer wühlt auf. Im Gefängnis „Frambois“ warten Sans-Papiers und abgewiesene Asylsuchende auf ihre Ausschaffung. Hier müssen sie ausharren, nie wissend wann und wohin sie ausgeschafft werden.

In der Schweiz gibt es 28 Ausschaffungszentren für Ausländer, die sich ohne gültige Aufenthaltspapiere im Land aufhalten. Frambois bei Genf ist eines dieser Zentren. Laut Gesetz kann ein Ausländer bis zu zwei Jahren in einem derartigen Ausschaffungsgefängnis festgehalten werden. Während dieser Zeit wird die Rückführung in die jeweiligen Ursprungsländer der betreffenden Personen vorbereitet. Einige sind seit Jahren in der Schweiz, haben sich integriert und eine Familie gegründet. Sie arbeiten, zahlen in die Sozialversicherung ein und schicken ihre Kinder in die Schule. Natürlich will keiner der Inhaftierten das Land freiwillig verlassen.

VOL SPÉCIAL ist ein brisanter Dokumentarfilm über das Ausschaffungsgefängnis Frambois bei Genf. Während 3 Monaten beobachtet und begleitet die Filmequipe den Tagesablauf von 25 Ausschaffungshäftlingen. Im Verlauf der Monate hinter Gittern werden die Konfrontationen zwischen Personal und Insassen zuweilen sehr heftig.

Auf der einen Seite wacht ein eng zusammengewachsenes, motiviertes Team von Aufsehern mit menschlichen Wertvorstellungen. Auf der anderen Seite stehen Männer am Ende einer langen Reise, in Angst und unter Stress. Die Beziehungen sind geprägt von Freundschaft und Hass, Respekt und Auflehnung, Dankbarkeit und Ablehnung. Bis zum Moment der Ausschaffung. Diese Ankündigung erleben die Inhaftierten oft als Verrat, als letzten Tiefschlag.

Dem Regisseur Fernand Melgar ist ein empfindsames und emotionales Porträt der Beziehungen zwischen den Gefangenen und dem Personal gelungen.

Der mehrfach preisgekrönte Film wurde unter anderem auch mit dem Schweizer Filmpreis 2012 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.