Wir kamen, um zu helfen

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In den 60-er Jahren brachten Schweizer Entwicklungshelfer eine Art Migros nach Ruanda und gründeten eine Bank für alle. Von Anfang an war es ein gefährliches Spiel. Sie kamen, um zu helfen - und mussten ohnmächtig einem Völkermord zusehen. Ein Film über die Wirkung und Grenzen der Entwicklungshilfe.

Ruanda, Ostafrika 1973. Das mit Schweizer Entwicklungshilfe gegründete Projekt «Trafipro» gerät erstmals zwischen die Fronten zweier verfeindeter Volksgruppen. Eine Liste kursiert, darauf die Namen von Tutsis, die per sofort aus der Verkaufsgenos­senschenschaft entlassen werden. Dazu aufgerufen hat ausgerechnet der erste ruandische Genossenschaftspräsident.

Die Entwicklungshelfer sind empört, doch keiner wehrt sich gegen den rassistischen Akt, um das Projekt nicht zu gefährden. 20 Jahre später eskaliert der Konflikt mit der Ermordung von über 800‘000 Menschen. Erst diese Katastrophe führte zum temporären Rückzug aus Ruanda und einer Neuorientierung der Schweizer Entwicklungshilfe.

Ausgewählt wurde Ruanda in den 60-er Jahren, weil man sich in dem kleinen Land eine grosse Wirkung erhoffte. Niemand ahnte, dass das Konfliktpotential bald gross genug sein würde, um die Grenzen gut gemeinter Entwicklungshilfe aufzuzeigen.

Anhand von Interviews mit Zeitzeugen verdeutlicht der Film von Thomas Isler, mit welchem Idealismus und mit welcher Naivität die Helfer aus Europa in ein Land kamen, das sich in allen Belangen von ihren Heimatländern unterschied. So wurde das Wirkungsfeld ihrer Arbeit bald durch den Einfluss des ruandischen Staats einge­schränkt; gleichzeitig kam aus Bern die Weisung, sich in ruandischen Angelegenheiten neutral zu verhalten. Doch dieses «Schweigegelübde» erwies sich im Umgang mit den Problemen schlussendlich als zumindest fragwürdig.