Wir von da oben

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«Es war super so aufzuwachsen, immer war Aktion» meint Dani, der älteste Sohn der Bergbauernfamilie Gisler. Ein Film eine über idyllische Kindheit und ein entzaubertes Erwachsen werden aber auch über die Realität der Bergbauernfamilie im Schächental und die Schwierigkeiten der 3-Stufen-Wirtschaft.

Vor neun Jahren traf die Filmerin Rita Ziegler Dani und seine drei Geschwister zum ersten Mal - eine Bergidylle auf den ersten Blick, doch beim näheren Hinschauen eine Riesenarbeit für die Eltern Berti und Agnes. Die Kinder waren damals noch klein, lernten jedoch früh mit anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Neun Jahre später kehrt Rita Ziegler mit ihrem Filmteam auf die Alp zurück. Vieles hat sich verändert.

Entzaubertes Erwachsenwerden

Die vier Gisler-Kinder sind jetzt Teenager und junge Erwachsene: Dani 23, Chrigel 22, Tamara 19 und Simi 15 Jahre alt. Das abgeschiedene Familienleben, die Sommermonate unbeschwerter Kindheit in den Bergen gibt es nicht mehr. Noch führt Berti Gisler den Familienbetrieb weiter. Wenn er nicht mit dem Vieh oben auf der Alp ist, wohnt er mit den Jungen im untersten Haus. Diese fahren täglich von dort zur Arbeit oder zur Schule hinunter ins Tal. Agnes Gisler hat sich ihren Wunsch nach mehr Selbständigkeit erfüllt und einen Bergkiosk gepachtet. Doch mit dem Bauernbetrieb zusammen wurde es ihr zu viel. Sie ist ausgezogen und sucht ihren eigenen Weg.

Dani wird wohl bald den elterlichen Betrieb übernehmen. Hat die Alpwirtschaft auf drei Stufen ökonomisch überhaupt noch eine Zukunft? Worauf soll er setzen: Direktzahlungen für Ökoflächen, Milchwirtschaft, Viehzucht? Mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus haben er und seine Brüder mit ein paar Kollegen eine «Kuhstyling-Agentur» gegründet, das Schau-Team Gisler-Pfulg. Ihre erfolgreichen Auftritte auf grossen Viehschauen sind mehr als ein Hobby. Die schönsten Rinder erzielen auch höhere Preise.

Der Lebensmittelpunkt der Gislers hat sich generell nach unten verlagert. Fast alle sind mehr im Tal als auf den Bergen. Doch wenn es darauf ankommt, funktioniert die alte Familiensolidarität nach wie vor ganz selbstverständlich, und alle packen mit an.