Yasin will leben

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Die türkische Migrantenfamilie Yilmaz trägt ein schweres Schicksal. Der 17-jährige Sohn Yasin ist unheilbar krank, seit seiner Geburt. Morbus Farber war die Diagnose, eine genetisch bedingte Stoffwechselkrankheit. Sein Körper kann Abfallstoffe nicht ausscheiden, er vergiftet sich selbst.

Die Ärzte gaben ihm bei der Geburt drei Jahre, nun wird Yasin entgegen allen Prognosen bald erwachsen. Doch neben seiner genetisch bedingten Stoffwechselkrankheit plagen Yasin seit sieben Jahren auch schwere epileptische Anfälle. Sie sind eine ständige Bedrohung. Jeder Ausflug wird zu einer Reise ins Ungewisse – der Tod ist ständig präsent.

Dokumentarfilmer Christian Labhart hat Yasin und dessen Familie ein Jahr lang begleitet und eine Familie erlebt, die an ihrem Schicksalsschlag enorm gewachsen ist. Der Filmemacher begleitet die Familie Yilmaz durch ihren Alltag: zu Hause in Aathal, beim Einkaufen, in den Ferien in ihrem türkischen Heimatdorf, bei einem Fussballmatch ihres Lieblingsvereins Fenerbahçe in Istanbul und bei einer überraschenden Begegnung mit dem Fussballstar Xherdan Shaqiri.

Offen, klar erzählt die Mutter Ayse von ihrer traditionellen türkischen Heirat, ihrer Rolle als Frau und als Türkin in der Schweiz und wie sie sich durch die Krankheit ihrs Sohnes emanzipiert hat - aber auch, wie sehr ihr bedürftiger Sohn sie emotional braucht und wie er dadurch ihr zu ihrem Lebenssinn geworden ist.

Tochter Yasemin ist darüber nicht immer glücklich. Sie fühlt sich oft als fünftes Rad in dieser Familie, löst sich ab und will hinaus in die Welt, wo sich nicht immer alles um ihren kranken Bruder dreht. Und Vater Ertan ist einfach da, wenn es gilt, seine Frau zu entlasten. Christian Labhart ist es gelungen, ein warmherziges, offenes Porträt dieser Familie zu zeichnen, die sich mutig und mit Herz ihrem Schicksal stellt.