Babyboomer – fit, verwöhnt, masslos?

  • Dienstag, 27. September 2016, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 27. September 2016, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 28. September 2016, 11:00 Uhr, SRF info
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    • Samstag, 1. Oktober 2016, 14:05 Uhr, SRF info

Junge zahlen für Alte – auf diesem Prinzip fusst das Schweizer Rentensystem. Erhält jede Generation im Laufe ihres Lebens gleich viel Leistung wie sie selbst einbringt, empfinden alle Beteiligten das Konstrukt als fair.

Am vergangenen Wochenende hat das Stimmvolk eine flächendeckende Rentenerhöhung um 10 Prozent klar abgelehnt. Nun beginnt im Nationalrat die grosse Debatte um die Reform der Altersvorsoge.
Erstmals in der Geschichte der Schweiz stehen viele rüstige Rentner mit hoher Lebenserwartung einer massiv kleineren Gruppe aktiver Arbeitnehmern gegenüber.
Mit der anstehenden Pensionierung der Babyboomer-Generation werden deren Zahl und politischer Einfluss noch steigen. Vermögend, fit und fordernd - bei vielen jüngeren, aktiven Arbeitnehmern entsteht der Eindruck, die «Wirtschaftswunder-Zeitgenossen» hätten für die Bedürfnisse folgender Generationen kein Gehör.

Herrscht in der Schweiz tatsächlich Generationen-Ungerechtigkeit? Hat die Babyboomer Generation ihren sozialen Kompass verloren? Ist die Schweiz fit genug, um das Problem der massiven Überalterung erfolgreich zu meistern?

Eine Diskussion unter der Leitung von Thomy Scherrer.

Jérôme Cosandey, AHV-Experte von Avenir Suisse
Anita Fetz, Ständerätin SP/BS
Benjamin Fischer, Präsident Junge SVP Schweiz
Adolf Muschg, Schriftsteller
Georges T. Roos, Zukunftsforscher

Positionen:

Jérôme Cosandey: «Der Generationenvertrag ist für alle Bindend und beinhaltet Geben und Nehmen. Er darf jedoch kein Freipass für den unbegrenzten Ausbau der AHV auf Kosten jüngerer Generationen sein.»

Anita Fetz: «Ist die Schweiz fit genug, um die fortschreitende Ueberalterung zu meistern? Nicht ob sie kann, sondern ob sie will ist entscheidend. Meine Generation will und deshalb können wird das auch!»

Benjamin Fischer: «Es ist unredlich, der jungen Generation Versprechen zu geben, die nicht eingehalten werden können. Seien wir ehrlich und geben den Jungen die Freiheit, selber für ihre Zukunft zu sorgen, statt sie an starre Strukturen der Vergangenheit zu binden.»

Adolf Muschg: «Der Generationenvertrag ist ein juristischer Scheck, der durch praktizierten Gemeinsinn gedeckt sein muß. Wo nehmen wir die Grundlage dafür her, wenn sie die Politiker nicht zu bieten haben?»

Georges T. Roos: «Die Babyboomer Generation hat die kleinste Alterslast zu tragen, und auch die kleinste Jugendlast getragen. Wenn diese Generation die steigenden Kosten der demografischen Entwicklung mittragen soll, ist das nicht unverschämt.»

Beiträge

  • «Die Jungen sind im Rattenrennen um ein Stück Fleisch»

    Der Schrifsteller Adolf Muschg erklärt, warum der Generationenvertrag viel mehr ist als ein Geschäftsmodell. Dringend nötig sei es, neue Zukunftsmodelle zu entwerfen.

  • «Am Ende des Tages muss es aufgehen»

    Benjamin Fischer, Präsident der Jungen SVP, ist sich sicher, dass die Rechnung vor allem für die Jungen stimmen muss. Werde ihnen nicht eine minimale Sicherheit in Aussicht gestellt, für dies zu massiven Konflikten.

  • «Meine Mutter wollte mit 70 nicht mehr hüten»

    Die Babyboomer-Generation hat viel erreicht, ist SP-Ständerätin Anita Fetz sicher. Diese Generation werde sich auch nach der Pensionierung für Mitmenschen einsetzen. Wirklich intensiv beschäftigen müsse man sich mit der eigenen Gebrechlichkeit und wie man als Hochbetagte gepflegt werden will.

  • «Wir sind bereits unterwegs zu neuen Modellen»

    Zukunftsforscher, Georges T. Roos fragt die Runde, ob denn eine Besitzstandswahrung derart wichtig sei. Die Jungen würden bereits heute vermehrt tauschen, Statussymbole hätten ausgedient. Neue Modelle entstünden quasi von selbst.

  • «Zu rosarot darf man auch nicht malen!»

    Natürlich habe man Verständnis für andere Generationen, meint AHV-Experte Jerome Cosandey. Dennoch leben Alt und Jung mehr nebeneinander als miteinander. Wie lasse sich die Neugier für den anderen wecken?

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