Behindert - abtreiben?

Die Pränataldiagnostik steht erneut im Fokus der öffentlichen Kritik. Für Verunsicherung und Ängste sorgt diesmal ein neuer Trisomie-Test. Der Druck auf werdende Eltern wächst. Was ist "unwertes" Leben? Wann abtreiben? Wer hilft beim Entscheid? Ein «Club» mit Mona Vetsch.

Der neue «Trisomie-21-Test» sorgt für Ängste. Er ist aber nur eine von vielen neuen medizinischen Möglichkeiten, Ungeborene auf Behinderungen zu testen. Der Druck auf werdende Eltern steigt. Wie fällen sie den Entscheid für oder gegen ein behindertes Kind? Nehmen Abtreibungen jetzt zu? Ist das medizinisch Mögliche auch das gesellschaftlich Wünschenswerte?

Gesprächsgäste

  • Barbara Camenzind, Mutter eines Trisomie-21-Kindes, Geschäftsleiterin «insieme Cerebral Zug»
  • Ruth Baumann-Hölzle, Institut Dialog Ethik
  • Christian Lohr, Nationalrat CVP/TG, Journalist
  • Luigi Raio, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Inselspital Bern
  • Ursula Burren, Hebamme, Vorstand Verein «Fehlgeburt und perinataler Kindstod»
  • Stéphane Bloch, Spina-bifida-Betroffener

Links zur Sedung

Dialog Ethik - Institut für Ethik im Gesundheitswesen

Fachstelle Fehlgeburt und perinataler Kindstod

procap - Netzwerk für Menschen mit Handicap

Insieme Schweiz - solidarisch mit und für Menschen mit einer geistigen Behinderung und ihre Anliegen

insieme 21 - Schweizerische Vereinigung mit Informationen über Trisomie 21

Verein Ganzheitliche Beratung und kritische Information zu pränataler Diagnostik

Schweizerische Vereinigung zugunsten von Personen mit Spina Bifida und Hydrocephalus

Beiträge

  • Moderatorin Mona Vetsch

    Moderatorin Mona Vetsch

  • Ruth Baumann-Hölzle, Institut Dialog Ethik

    Ruth Baumann-Hölzle, Institut Dialog Ethik

    «Die vorgeburtliche Selektion ist auch ohne diesen neuen Test bereits Realität. Grundsätzlich ist die Haltung vieler: Ist der Befund bei einem Fötus auffällig, wird abgetrieben.»

  • Christian Lohr, Nationalrat CVP/TG, Journalist

    Christian Lohr, Nationalrat CVP/TG, Journalist

    «Ich möchte mit meinem Schicksal zeigen, dass ein lebenswertes Leben trotz schweren Handicaps möglich ist. Jedem Paar sei ein gesundes Kind gegönnt. Aber auch behindertes Leben muss akzeptiert werden – die Natur bringt dies hervor und wir müssen es annehmen.»

  • Stéphane Bloch, Spina-bifida-Betroffener

    Stéphane Bloch, Spina-bifida-Betroffener

    «Viele Eltern gehen selbstverständlich und ohne nachzudenken zum Test. Sie überlegen nicht, was das Ergebnis für Folgen haben kann. Diese Haltung ist zwar verständlich, aber ich finde sie sehr bedenklich.»

  • Barbara Camenzind, Mutter eines Trisomie-21-Kindes

    Barbara Camenzind, Mutter eines Trisomie-21-Kindes

    «Als ich informiert wurde, dass mein Sohn Laurin mit Trisomie 21 zur Welt kommen wird, fuhren meine Gefühle mit mir Achterbahn. Wir wussten nicht, ob wir ein solches Kind in unserer Familie aufnehmen können. Heute darf ich sagen, dass sich keine meiner Ängste von damals bewahrheitet hat.»

  • Ursula Burren, Hebamme, Lebens- und Trauerberatung

    Ursula Burren, Hebamme, Lebens- und Trauerberatung

    «Jedes Paar muss sich in der Schwangerschaft fragen: Für welche allfällige Behinderung könnte ich bei meinem Kind einstehen - was liesse sich mit unserem Leben vereinbaren und was nicht?»

  • Luigi Raio, Facharzt für Gynäkologie Inselspital Bern

    Luigi Raio, Facharzt für Gynäkologie Inselspital Bern

    «Frauen, die bei einem Test ein problematisches Ergebnis haben, sind meist unheimlich durcheinander. Viele Informationen, die ein Arzt zu diesem Zeitpunkt gibt, kommen gar nicht an. Es ist darum wichtig, dass die Patientin ausreichend Zeit erhält, um die Situation überhaupt erfassen zu können.»