Die Gier regiert weiter

  • Dienstag, 2. Mai 2017, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 2. Mai 2017, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 3. Mai 2017, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 3. Mai 2017, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 3. Mai 2017, 16:30 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 4. Mai 2017, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 4. Mai 2017, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 5. Mai 2017, 10:20 Uhr, SRF info
    • Samstag, 6. Mai 2017, 14:05 Uhr, SRF info

Schweizer Topmanager sind weiterhin fürstlich bezahlt. Auch die Spitzenlöhne der CS-Manager wurden nun - wenn auch knapp - durchgewinkt. Halb so wild oder eine Gefahr für den sozialen Frieden?

Zwar beginnen sich Aktionäre vermehrt zu wehren, aber im Grundsatz geht es weiter wie gehabt. Die Löhne der Topmanager sind seit der Abzocker-Initiative in der Schweizer Wirtschaft nicht wirklich gesunken.

Weshalb bleiben Lohnexzesse bestehen? Kann irgendwer oder irgendwas die «Abzocker» stoppen? Wie viel Vergütung ist fair und wer muss Verantwortung übernehmen?

Eine Diskussion mit Karin Frei und folgenden Gästen:

Oswald Grübel, ehem. CEO UBS und CS
Doris Aebi, Headhunterin
Patrizia Laeri, SRF Wirtschaftsjournalistin
Giorgio Behr, Unternehmer
Rudolf Strahm, Ökonom, ehem. Preisüberwacher

Positionen der Gäste

Doris Aebi: «Exzesse Einzelner, zum Nachteil aller. Verwaltungsräte müssen eine umfassende und langfristig orientierte Verantwortung wahrnehmen.»

Giorgio Behr: «Gute Leistungen und Ergebnisse in einem Unternehmen, die allen Beteiligten zugutekommen, die Zukunft des Unternehmens nachhaltig sichern und nicht selbstverständlich sind, sollen belohnt werden – aber bitte mit Augenmass.»

Patrizia Laeri: «Bei den zu hohen Vergütungen geht es nicht um Neidkultur. Milliarden unseres Altersgeldes stecken in Aktien. Wir sind alle Eigentümer, die für solche Exzesse mitbezahlen.»

Rudolf Strahm: «Ich ärgere mich über die Diktatur des Kurzfristigen in der Wirtschaftswelt. Die Boni-Exzesse verstärken dieses Verhalten der Manager.»

Oswald Grübel: «Die Qualität der Verwaltungsräte muss verbessert werden. Sie müssen sich ihrer Verantwortung stärker bewusst sein.»

Beiträge

  • Karin Frei stellt die Gästerunde vor:

  • «Ich bin nur CEO geworden, weil es sonst niemand werden wollte!»

    Oswald Grübel, ehemaliger Spitzenbanker, erzählt, warum er seinerzeit den Job bei der CS angenommen hat. Zudem müssten Unternehmen manchmal halt mehr bezahlen, um gute Manager zu bekommen. Gute Leute suchen nie einen Job - sie haben immer einen. Ab wann ist denn aus seiner Sicht ein Lohn unanständig?

  • «CEO's ab 50 kommen auch für weniger Lohn - sie suchen Sinn.»

    Headhunterin Doris Aebi ist sicher, dass viele ältere CEO-Kandidaten weniger auf ein grosses Salär aus sind, als vielmehr eine Sinn stiftende Arbeit suchen würden. Man wird sich der Endlichkeit des Lebens bewusst, Geld sei dann nicht mehr so wichtig.

  • «Studien zeigen: Leistung und Bonus haben keinen Zusammenhang.»

    Patrizia Laeri, SRF-Wirtschaftsjournalistin, führt neue Forschungsergebnisse an. Wer Boni braucht um produktiv zu sein, sei wie ein Hase, der immer die Möhre vor seiner Nase braucht, um produktiv zu sein.

  • «Ein CEO sollte aus den eigenen Reihen kommen.»

    Giorgio Behr, Unternehmer, umreisst, weshalb viele Verwaltungsräte mit der Personalbesetzung überfordert sind. Dies sei für eine Firma jeweils hoch riskant.

  • «Diese 'Headhunterei' hat einfach keinen Erfolg gebracht.»

    Rudolf Strahm, Oekonom und ehemaliger Preisüberwacher, ist sicher, dass im Bewerberpool der Headhunter viele Blender sind und kaum gute Leute zum Zug kommen. Zudem spricht er sich für ein Boni-System aus, welches Beträge erst nach einigen Jahren auszahlt.

  • Wer stoppt die Abzocker?

  • Die Absagen der Grosskonzerne.

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