Gefördert oder überfordert?

  • Dienstag, 2. Juli 2013, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 2. Juli 2013, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 3. Juli 2013, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 3. Juli 2013, 8:25 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 4. Juli 2013, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 4. Juli 2013, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 6. Juli 2013, 13:10 Uhr, SRF 1

Maximilian ist 9 Jahre alt und hochbegabt. Soeben hat er die Maturaprüfungen in Mathematik mit Bestnoten abgeschlossen. Nun möchte er gerne an der ETH studieren – die Verantwortlichen der Hochschule lehnen das junge Ausnahmetalent jedoch ab. Werden junge Hochbegabte zu wenig unterstützt?

Maximilian Janisch besucht die erste Gymnasialklasse in Immensee. Übungshalber hat der 9-jährige Ausnahmeschüler die Maturitätsprüfung in Mathematik mitgeschrieben und mit Bestnoten abgeschlossen. Nun möchte sein Vater, dass Maximilian neben dem Gymnasium an der ETH Mathematik studieren kann. Diese jedoch verwehrt ihm den aktiven Zugang, weil Maximilian weder eine abgeschlossene Matura noch eine bestandene Eintrittsprüfung vorweisen kann. Ein derart junger Student, welcher ausschliesslich an den mathematischen Kursen teilnimmt, ist für die ETH-Verantwortlichen ausgeschlossen. Ausnahmen für Ausnahmetalente sind nicht vorgesehen.

Ist das richtig oder unflexibel und rückschrittlich? Wie sollen Hochbegabte gefördert werden? Welche Rolle spielt bei Sondertalenten der Ehrgeiz der Erwachsenen? Im «Club» unter der Leitung von Karin Frei diskutieren Fachleute mit dem Vater von Maximilian sowie ein erwachsener Hochbegabter.

Gesprächsgäste:

Aldo Magno, Rektor des Gymnasiums Immensee: «Wenn in der Schweiz Kinder und Jugendliche Höchstleistungen im Sport oder in der Musik vollbringen, ist das gesellschaftlich salonfähig und wird sogar gefördert. Wenn sie aber Höchstleistungen in schulischen Fächern wie Mathe oder Fremdsprachen erzielen, sind sie à priori verdächtig.»

Thomas Drisch, Vater des hochbegabten Maximilian: «Lasst die Kinder sich mit dem beschäftigen, wofür sie sich begeistern können. Das höchste Glücksgefühl stellt sich ein, wenn wir uns bis an die Grenzen anspannen, um etwas Schwieriges und Wertvolles zu erreichen».

Ulrike Stedtnitz, Erziehungspsychologin: «Gleichbehandlung bei ungleichen Voraussetzungen hat häufig unfaire Folgen.»

Elsbeth Stern, Professorin ETH ZH, Leiterin Institut für Verhaltenswissenschaften: «Die Bildungs- und Lebenswege für hochbegabte Kinder dürfen nicht so stark vorgespurt werden, dass ihnen langfristig Entscheidungsfreiheiten genommen werden.»

Allan Guggenbühl, Kinder- und Jugendpsychotherapeut: «Wenn man den Begriff Hochbegabung Kindern gegenüber benützt, kann dies problematische Auswirkungen auf die Psyche des Kindes haben, so, dass die weitere Entwicklung gefährdet ist.»

Lukas Korosec, ETH-Student, hochbegabt: «Jede Person hat ihre Talente. Ob dies in Sport oder Mathematik ist, sollte keinen Unterschied machen.»

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Stellt ihre sechs Gäste und die erstaunliche Geschichte von Maximilian vor:

  • Maximilian Janisch

    Wenn so viel Wissen in einem kleinen Körper steckt, reagiert die Umwelt. Gleichgesinnte zu finden ist nicht immer einfach. Hat Maximilian Freunde?

  • Thomas Drisch

    Dass Maximilian ein besonderes Flair für Zahlen hat, fiel bereits auf, als er noch kaum sprechen konnte:

  • Lukas Korosec

    Auch Lukas Korosecs Eltern merkten schon früh, dass ihr Kind eine besondere Begabung hat:

  • Ulrike Stedtnitz

    Lange Zeit wurde eine Hochbegabung über den IQ einer Person definiert. 3-5% der Kinder seien hochbegabt, hiess es. Heute wird die Definition weiter gefasst:

  • Elsbeth Stern

    Wie sehr sich eine Hochbegabung ausprägt, liegt nicht nur in den Genen:

  • Allan Guggenbühl

    Soll ein Neunjähriger bereits an einer Hochschule studieren können?

  • Aldo Magno

    Wer intellektuell talentiert ist, weckt in unserer Gesellschaft Argwohn. Mit anderen Talenten haben wir weniger Mühe:

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